Der frühere Notenbankdirektor Kevin Warsh (55) soll Nachfolger von US-Zentralbankchef Jerome Powell (72) werden. Das teilte US-Präsident Donald Trump (79) am Freitag auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump schrieb über Warsh in seinem Post, er kenne diesen seit langer Zeit und sei sicher, dass er ein «grossartiger» Fed-Chef werde.
Noch ist allerdings nicht sicher, ob Warsh im Juni auch wirklich der nächste Fed-Chef wird. Trumps Nominierung ist nur der erste Schritt. Der US-Präsident braucht nun Mehrheiten im Bankenausschuss und im Senat. Die stehen aber noch auf der Kippe: Der republikanische Senator Thom Tillis etwa kündigte bereits Widerstand an, solange die US-Justiz gegen Fed-Chef Powell ermittle.
Powell ist im Zuge von Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt am Sitz der Fed in Washington sogar ins Visier der Justiz geraten.
Wall Street nimmt Nachricht positiv auf
In seiner bisherigen beruflichen Karriere hat Warsh Erfahrungen im Finanzsektor und in der Politik gesammelt. Er arbeitete unter anderem für die US-Grossbank Morgan Stanley und später auch im wirtschaftlichen Beratergremium von Präsident George W. Bush, bevor er zur Fed wechselte.
Kevin Warsh gilt als jemand, der die Zinsen nicht einfach auf Zuruf senkt und der die Unabhängigkeit der Notenbank verteidigen könnte. Das kommt an den Märkten gut an. Der Dollar steigt. Die Folge: Gold verliert heute Morgen bis zu 7 Prozent an Wert, Silber sogar 17 Prozent.
Kevin Warsh war bereits 2018 als möglicher Fed-Chef gehandelt worden, als Donald Trump sich letztlich für Jerome Powell entschied - eine Wahl, über die sich der Präsident später immer wieder beklagte.