Rabatte und Aktionen immer öfter
Fällt der Black Friday dieses Jahr ins Wasser?

Der Black Friday lockt Ende November wieder mit Rabatten, doch für Kundschaft und Händler ist die Euphorie vorbei, besagt eine Umfrage. Worauf Schnäppchenjäger jetzt achten sollten – und wo Fallen lauern.
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Der Schnäppchenmonat November steht an, mit dem Höhepunkt am Black Friday.
Foto: KEYSTONE/ANDREAS BECKER

Darum gehts

  • Black Friday, Singles Day und Cyber Monday locken Konsumenten im November
  • Schnäppchenjäger nehmen immer mehr Abstand von der Black-Friday-Jagd
  • Beim Kauf von Schnäppchen gilt: Achtung vor Billigimporten und Scheinrabatten

Schnäppchenjäger wissen, was es im November geschlagen hat. Auch allen anderen dürfte der Black Friday immerhin ein Begriff sein. Doch die Rabattschlacht am 27. November wird wohl kleiner ausfallen als in den vergangenen Jahren. Der Grund: Viele Unternehmen setzen das gesamte Jahr bereits auf Rabatte und Sonderaktionen – nicht nur im kommenden Monat. «Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten nehmen deutlich Abstand von den grossen Shopping-Tagen. Letztere verlieren deshalb an Wichtigkeit», beobachtet Juan-Pablo Schmid (35), Marketing-Chef des Schweizer Unternehmens Bring Labs. Zu diesem gehören neben dem Angeboteportal Profital auch die Einkaufslisten-App Bring!.

In einer noch unveröffentlichten Umfrage, die Blick vorliegt, gibt die Hälfte der befragten Kunden an, sich gar nicht mehr auf den Black Friday oder Singles Day vorzubereiten. Zwei Jahre zuvor war dies nur ein Fünftel. Und in den Augen der meisten Konsumenten nimmt der Stellenwert der Aktionstage ab. Nur fünf Prozent sehen hingegen eine steigende Bedeutung. Vor zwei Jahren war das noch ganz anders: Damals waren noch 42 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Bedeutung von Black-Friday-Rabatten zunimmt.

Für Schmid sprechen die Resultate eine klare Sprache: «Ins Wasser fällt der Black Friday nicht, aber er verliert seinen Sonderstatus.» Und weiter: «Wer jede Woche Aktionen im Prospekt sieht, muss nicht mehr auf einen einzigen Tag im November warten», fasst er die Konsumentenstimmung zusammen.

Trotzdem dürfte der Black Friday für die Konsumenten das eine oder andere Schnäppchen bereithalten. Bei all den Angeboten ist es deshalb wichtig, nicht den Überblick im Rabattdschungel zu verlieren. Und vor allem nicht in Konsumentenfallen zu tappen.

Das solltest du unbedingt wissen, bevor die Jagd im Schnäppchenmonat beginnt.

Wann der wichtigste Shoppingtag stattfindet

Der Black Friday findet am 27. November 2026 statt. Dann gibt es die grössten Rabatte. Doch das günstige Einkaufen beschränkt sich nicht auf einen Tag. Auch vorher und nachher gibt es vielerorts vergünstigte Angebote. Händler machen die Woche vom Montag, 23. November, bis zum Sonntag, 29. November, zur sogenannten Black Week.

In der darauffolgenden Woche ziehen die Onlineshops mit der Cyber Week nach, deren Höhepunkt der Cyber Monday am 30. November ist. Traditionell startet der Schnäppchenmonat so richtig mit dem ersten Höhepunkt, dem Singles Day am 11. November. Dieser kommt ursprünglich aus China und ist in der Schweiz weniger bekannt.

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Was genau der Black Friday ist und wie er entstand

Der Black Friday stammt aus den USA. Ursprünglich ging es aber nicht ums Geldausgeben beim Shoppen, sondern ums Geldverbrennen an der Börse. Als «Black Friday» ging der 24. September 1869 in die Geschichtsbücher ein. Damals trieben zwei amerikanische Spekulanten den Goldpreis in die Höhe. Der Fall war tief: Die Aktien an der US-Börse verloren an einem Tag rund ein Fünftel ihres Werts.

In den 1950er-Jahren dann nutzte die Polizei in Philadelphia den Ausdruck Black Friday erstmals offiziell, und zwar negativ behaftet. Denn die Polizisten mussten Überstunden machen, um der Menschenmassen Herr zu werden, die am Freitag nach Thanksgiving zum Flanieren und Einkaufen in die Stadt strömten.

Der Thanksgiving-Feiertag, der in den USA immer am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, entwickelte sich danach zusehends zum Auftakt für verlängerte Wochenenden. Immer mehr Amerikanerinnen und Amerikaner machten am Freitag nach diesem Donnerstag frei, um vier Tage am Stück nicht arbeiten zu müssen. Die Händler passten sich an und begannen, die Kunden am Brückentag mit Rabatten in ihre Läden zu locken.

In der Schweiz eine junge Tradition

In der Schweiz ist der Black Friday ein jüngeres Phänomen im Detailhandel. Im Jahr 2015 brachte die Warenhauskette Manor den Black Friday aus den USA in die Schweiz – und machte an einem Tag das Dreifache eines üblichen Tagesumsatzes. Der Erfolg blieb nicht unbemerkt, grosse Detailhändler und Elektroläden sprangen in den Folgejahren auf. Am lautesten schlugen Telekom-Anbieter wie Salt, Yallo oder Sunrise auf die Werbetrommel. Dieses Jahr findet der Black Friday zum zwölften Mal in der Schweiz statt.

Doch nicht nur bei den Konsumenten, auch bei den Händlern zeigt sich mittlerweile Ernüchterung. Eine Auswertung des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) hat ergeben, dass der letztjährige Black Friday ein Verlustgeschäft für den Schweizer Detailhandel war. Zwar stiegen die Umsätze durch die Rabatte um 196 Millionen Franken. Doch weil viele Konsumenten die Produkte auch ohne Black Friday gekauft hätten, entgingen den Unternehmen gleichzeitig rund 291 Millionen Franken. Bleibt unter dem Strich ein Minus von 95 Millionen Franken. Ein guter Grund, dieses Jahr mit Aktionen zurückhaltender zu sein.

Wo bei der Rabattschlacht Gefahren lauern

Aufgepasst! Einige Händler kaufen speziell für den Black Friday ein und füllen dafür ihre Lager mit Billigimporten. Das sind nicht immer hochwertige Waren. Deshalb sollte man sich nicht dem Rausch hingeben, sondern genau hinschauen. Ist der Onlineshop glaubwürdig? Wer steht im Impressum der Webseite? Was sagen User im Internet über ihre Kauferfahrungen?

Auch aufs Preisschild zu schauen, macht Sinn. Denn nicht alle Angebote sind wirklich Schnäppchen. Konsumentenschützer bemängeln, dass sich die Rabatte immer wieder auf veraltete Preise oder auf unverbindliche Preisempfehlungen der Hersteller beziehen – sogenannte Scheinrabatte. Zudem ist es gut möglich, dass das eine oder andere Produkt erst am Cyber Monday richtig günstig wird. Manche Onlinehändler heben sich diesen Tag auf, um noch einmal richtig dicke Preisnachlässe zu gewähren.

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