Raiffeisen Schweiz muss sparen – und setzt bei der Belegschaft den Rotstift an: Im Zuge eines Sparprogramms können bis zu 180 Stellen wegfallen, wie die Bankengruppe am Mittwochmorgen mitteilt. Ab kommendem Jahr sollen Personal- und Sachkosten um jährlich 60 Millionen Franken gesenkt werden. Und das, obwohl die Bank im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient hat.
Die Umsetzung werde «verantwortungsvoll» erfolgen, erklärt Raiffeisen weiter. «Mehr als die Hälfte der betroffenen Stellen kann über Fluktuation, Streichung von nicht besetzten Stellen, Reduktion externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen abgebaut werden», heisst es dazu in der Mitteilung. Zur Zahl möglicher Kündigungen macht die Bank keine genaueren Angaben.
Halbjahresgewinn klettert um fast 19 Prozent
Gleichzeitig stellt die Bankgruppe ihre Organisation um. Ab Oktober wird das Unternehmen in sechs Departemente gegliedert. Der langjährige Raiffeisen-Manager Philipp Ackermann übernimmt das Departement Firmenkunden & Handel, Patrick Lehner stösst von der Boston Consulting Group zur Bank und übernimmt ab November das Privatkundengeschäft. Die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder Roland Altwegg und Helen Fricker verlassen das Unternehmen im September.
Derweil hat Raiffeisen im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient. Der Gewinn kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,9 Prozent auf 659,3 Millionen Franken. Gleichzeitig wuchs das Geschäft mit Hypotheken, Firmenkunden sowie Anlage- und Vorsorgeprodukten kräftig. Auch beim wichtigsten Ertragspfeiler ging es aufwärts: Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 6,3 Prozent auf 1,41 Milliarden Franken. Insgesamt nahm der Geschäftsertrag um 7,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken zu.