Darum gehts
- Ab September entfallen 260 Parkplätze am Bahnhof Lenzburg wegen Umbauarbeiten
- 209 Parkplätze der P+Rail-Anlage weichen Baustelleninstallation, keine Ersatzlösung geplant
- Umbaukosten: 330 Millionen Franken, Baustart im September, Datum noch offen
Es ist ein leidiges Dauerthema für alle Autofahrerinnen und Autofahrer: In der Schweiz verschwinden gefühlt täglich Dutzende Parkplätze. Neustes Beispiel ist Lenzburg AG. Wer mit dem Auto zum Bahnhof Lenzburg fährt, braucht bald starke Nerven. Mit dem Start des 330-Millionen-Franken-Umbaus der SBB fallen ab September gleich 260 Parkplätze weg – ein Grossteil davon ersatzlos. Das berichtet die «Aargauer Zeitung».
Am stärksten betroffen ist die P+Rail-Anlage neben den Gleisen Richtung Aarau. Dort werden 209 Parkplätze per 31. August aufgehoben, weil die Fläche für die Baustelleninstallation benötigt wird. Die SBB machen auf Plakaten vor Ort klar: Eine Ersatzlösung direkt beim Bahnhof gibt es nicht. Pendler sollen auf P+Rail-Anlagen in der Umgebung oder öffentliche Parkhäuser ausweichen.
50 Parkplätze bei der Post weg
Doch damit nicht genug: Auch die über 50 Parkplätze vor der Post an der Murackerstrasse verschwinden. Dort entstehen während der Bauzeit ein provisorischer Busbahnhof sowie ein temporäres SBB-Reisezentrum. Lediglich sieben Post-Parkplätze bleiben bestehen. Eine Kompensation ist nicht vorgesehen. Wer trotzdem mit dem Auto anreist, muss auf das Parkhaus Muracker ausweichen.
Der eigentliche Baustart erfolgt im September, das genaue Datum steht laut den SBB noch nicht fest. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Bahnhof kaum wiederzuerkennen sein: Geplant sind ein neues Bahnhofsgebäude, neue Personenunterführungen, verlegte Gleise und ein komplett neuer Bushof.
Auch beim Bahnhof Tiefenbrunnen verschwinden Plätze
Ähnlich präsentiert sich die Lage beim Bahnhof Tiefenbrunnen in Zürich. Dort verschwinden Parkplätze auf dem Areal des früheren Güterschuppens. Sei kurzem wird eine Grossüberbauung direkt am See hochgezogen. Nur einen Steinwurf entfernt wurden im noblen Seefeld-Quartier Dutzende Parkplätze wegen einer nervigen Grossbaustelle aufgehoben. Zudem staut es dort regelmässig in den umliegenden Seitenstrassen.
Zürich ist schweizweit führend in Sachen Parkplatzabbau. Seit Jahren liegen sich Bürgerliche und Links-grüne Politiker wegen des Reizthemas Parkplatz in den Haaren. Immer wieder werden Parkplätze abgebaut. Neustes Beispiel: Die Stadt Zürich will rund um die bei Wasserratten beliebte Werdinsel in Höngg 112 Parkplätze in der blauen Zone streichen. Die Stimmungslage ist wie immer die gleiche: Verkehrgeplagte Anwohner atmen auf. Das Gewerbe haut auf den Tisch.