Darum gehts
- Das Strandbad Zug kostete 13 Millionen Franken und sorgt für Schlagzeilen
- Eine Petition fordert eine Eintrittsgebühr für Auswärtige und höhere Parkgebühren
- Die Stadt prüft eine digitale Zugangskontrolle und kostendeckende Parkplatzbewirtschaftung
Den Umbau des Strandbads liess sich die Stadt Zug mit 13 Millionen Franken ordentlich was kosten. Kein Wunder, gilt es als die «teuerste Badi Europas». Doch nicht nur die hohen Investitionen sorgten in den letzten Wochen für Schlagzeilen. Nach der Eröffnung im Mai motzten Gäste über ein lausiges und teures Gastroangebot, zu wenige Toiletten und fehlende Schattenplätze auf der Liegewiese rund ums Planschbecken.
Trotz der Lästereien ist die Zugersee-Badi, die keinen Eintritt kostet, gut besucht. Fast zu gut. An einem schönen Wochenende wird sie überrannt. Die vielen auswärtigen Badegäste reisen dabei praktisch ausschliesslich mit dem Auto an. Das löst rund ums Brüggli und den Hafen regelmässig ein Parkplatzchaos aus. Die Gäste stellen ihr Auto auf Privatgrundstücken und in Verbotszonen ab. Für die Anwohnerinnen und Anwohner äusserst mühsam. Jetzt will Martin Würmli (48), Präsidiumsmitglied der kantonalen Mitte-Partei und ehemaliger Stadtschreiber, dagegen vorgehen.
Auswärtige sollen blechen
Anfang Woche hat Würmli bei der Stadtkanzlei eine Petition eingereicht, wie der «Bote» zuerst berichtet hat. Blick liegt die Petition vor. «Opfer seines eigenen Erfolgs», nennt der Mitte-Politiker die verzwickte Situation am Zugersee. Seine Forderungen: «Künftig sollen auswärtige Gäste eine Eintrittsgebühr entrichten, zudem soll die Parkgebühr auf dem nebenan liegenden Stierenmarktareal wesentlich erhöht werden.»
Der ehemalige Stadtschreiber will die ausserkantonalen Gäste also zur Kasse bitten – um wie viel, ist nicht präzisiert. Beide Massnahmen werden gemäss der Petition dazu führen, dass die Badi ein «Ort der Erholung für die Einwohner der Stadt Zug» bleibt. «Für sie ist das Bad ja in erster Linie gedacht», so Würmli. Daneben würden die Regelungen auch zur Deckung der Betriebskosten beitragen.
Run ist zu gross
«Es geht mir nicht darum, dass keine Gäste nach Zug kommen», erklärt Würmli seine Forderungen gegenüber Blick. «Zug ist eine gastfreundliche und offene Stadt. Momentan ist der Run auf das Strandbad aber gerade von auswärtigen Gästen sehr hoch.» Und mit einem Franken pro Stunde seien die Parkgebühren aktuell sehr tief.
Die Gefahr, dass Gäste durch höhere Gebühren noch mehr Parkplätze in den umliegenden Quartieren besetzen, sieht er nicht: «Die örtlichen Gegebenheiten lassen dies kaum zu.» Zudem hat die Stadt bereits Massnahmen ergriffen, die den Wildparkierern den Kampf ansagen: Seit Ende Mai patrouilliert an sonnigen Tagen ein privater Sicherheitsdienst in den Quartieren und geht gegen Falschparkierer vor.
Der Stadtrat erklärt gegenüber dem «Boten», die Situation rund ums Strandbad intensiv zu verfolgen. Sowohl ein «allfälliges Eintrittskonzept als auch die kostendeckende Bewirtschaftung und Nutzung der Parkierungsflächen beim Stierenmarktareal» würden geprüft. Ein Vorschlag für die Zugangskontrolle zur teuersten Badi Europas liegt übrigens auch bereits vor: Für Zuger und auch für auswärtige Gäste sollen rein digitale Tickets dafür sorgen, dass keine zusätzlichen Personalkosten notwendig sind.