Darum gehts
- SBB und Stadler Rail präsentieren neue Güterlok Re 494 in Bussnang TG
- Neue Technik reduziert Gleisverschleiss um 20 Prozent und spart 15 Prozent Strom
- 36 Loks bestellt, 22 mit Batterieantrieb, vollständige Modernisierung bis 2040 geplant
Die Re 494 ist das neue Aushängeschild der SBB: Gemeinsam mit Zugbauer Stadler Rail aus Bussnang TG haben sie erstmals die neue Güterlok vorgestellt. Die Erwartungen sind hoch: weniger Stromverbrauch, weniger Gleisverschleiss und tiefere Kosten. 36 Lokomotiven hat SBB Cargo beim Zugbauer von Peter Spuhler (67) bestellt. Für weitere 93 Fahrzeuge bestehen Optionen. Langfristig soll die Re 494 die einzige Streckenlokomotive von SBB Cargo werden.
Die neue Lok kommt im klassischen SBB-Rot daher und erinnert mit ihrem schwarzen Fensterband und dem gestreiften SBB-Logo an die legendäre Re 460 aus dem Personenverkehr. Technisch setzt die Lok neue Massstäbe, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Dank eines neu entwickelten Lenksystems in den Drehgestellen schont sie die Schienen deutlich stärker als heutige Modelle. Der Verschleiss der Infrastruktur soll so um rund 20 Prozent sinken.
22 Loks auch mit Batterieantrieb
Auch beim Energieverbrauch versprechen sich die SBB grosse Einsparungen. Die neue Lok benötigt laut Mitteilung rund 15 Prozent weniger Strom als die bestehende Flotte. Das senkt die Betriebskosten und hilft beim Erreichen der Klimaziele. 22 der 36 bestellten Fahrzeuge erhalten zusätzlich einen Batterieantrieb. So können die Loks auch auf Gleisen ohne Oberleitung unterwegs sein. Güterzüge können so direkt bis zum Kunden fahren, ohne dass zusätzliche Rangierlokomotiven benötigt werden.
Für die SBB ist die Investition Teil eines grossen Umbaus. Der Güterverkehr soll bis 2033 eigenwirtschaftlich, also ohne staatliche Unterstützung, auskommen. Bis 2040 wird die gesamte Güterwagen- und Lokflotte modernisiert und vereinheitlicht. Dadurch sollen die Betriebskosten laut SBB um rund 60 Prozent sinken.
Gebaut werden die neuen Loks im Stadler-Werk im spanischen Valencia. Erste Tests starten 2026 in Tschechien. Ende 2027 sollen die Fahrzeuge erstmals in der Schweiz unterwegs sein. Die Auslieferung der ersten Serie läuft bis 2029.