Alt und dreckig
Winterthurs billigste Wohnung hat nicht mal einen Duschkopf

Eine 1-Zimmer-Wohnung in Winterthur ZH ist für 800 Franken inseriert. Dafür gibt es zwar 30 Quadratmeter Wohnfläche – aber auch dreckige Wände, eine lausige Dusche und eine Küche ohne Herd und Kühlschrank. Das Interesse am Schmuddel-Apartment ist trotzdem gross.
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In diesem Block an der Wülflingerstrasse in Winterthur ZH wird eine 1-Zimmer-Wohnung für 800 Franken vermietet.
Foto: Screenshot Google Streetview

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Winterthur sorgt eine 800-Franken-Wohnung mit 30 m² für Aufsehen
  • Die Wohnung ist stark verschmutzt, ohne Duschkopf, Kühlschrank und Herd
  • Bereits 30 Interessenten bei Besichtigungen, trotz schlechter Zustände
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Für 800 Franken Monatsmiete bekommt man in Winterthur ZH nicht einmal ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Auf der Immobilienplattform Immoscout starten die Preise für WG-Zimmer bei 850 Franken. Da erstaunt es nicht, dass eine 1-Zimmer-Wohnung an der vielbefahrenen Wülflingerstrasse, die derzeit auf der Plattform Flatfox inseriert ist, für Aufsehen sorgt: Sie ist die günstigste Wohnung in der aufstrebenden Eulachstadt.

Die 800-Franken-Wohnung, über die «20 Minuten» zuerst berichtet hat, ist 30 Quadratmeter gross. Richtig gemütlich wirkt das Winterthurer Günstig-Apartment aber nicht, wenn man sich die Fotos genau anschaut. Was für eine Schmuddel-Wohnung! Die Wände sind dreckig, die Türen schmutzig.

Nicht viel besser sieht es im kleinen Badezimmer aus: Plättli aus den 50er-Jahren und eine heruntergekommene Dusche – ohne Duschkopf. Der Schlauch ist lieblos um die Armaturen gewickelt. Und die Küche? Auch sie punktet nicht: Ein Kühlschrank und ein Kochherd fehlen. Die Kästli sind schief montiert und dreckig.

«Ein Duschkopf kostet keine 30 Franken»

Darf man eine Wohnung in diesem Zustand überhaupt vermieten? Vermieter haben in der Schweiz gesetzliche Pflichten. So verlangt das Obligationenrecht in Artikel 256, dass eine Wohnung «bei Übergabe in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand sein» muss. Und betont: «Diese Pflicht kann bei Wohnungen vertraglich nicht ausgeschlossen werden.» Starke Verschmutzungen müssen Mieter bei der Übernahme der Wohnung zudem nicht akzeptieren.

Interessenten schrecken die Fotos offenbar nicht ab. Zwei Besichtigungen mit 30 Wohnungssuchenden haben laut 20 Minuten bereits stattgefunden. Würde man die Wohnung zuerst noch malen, würde sie teurer werden, sagt der Vermieter zum Onlineportal. «Es gibt Leute, die auf so günstigen Wohnraum angewiesen sind, deshalb verzichten wir darauf.»

Zudem akzeptiere er auch Sozialhilfebezüger. «Bei Objekten wie diesen ist es so, dass beide Seiten keine Ansprüche haben», sagt der Vermieter weiter. «Das ist die heutige Realität auf dem Mietwohnungsmarkt.» Die neuen Mieter dürften die Wohnung natürlich gerne selber streichen, betont er. «Sie können die Farben selber wählen. Und ein Duschkopf kostet keine 30 Franken.»

1200 Franken für 10 Quadratmeter

Die Verzweiflung vieler Wohnungssuchender in der Schweiz ist gross. Sie sind froh, dass sie überhaupt eine bezahlbare Bleibe finden. Immer wieder machen sich dies Vermieter zunutze. Etwa in Kriens LU, wo ein Keller-Apartment für 1090 Franken ausgeschrieben war: ohne Fenster und nur 17 Quadratmeter gross. Und erst noch ohne Bewilligung gebaut.

Oder in Zürich, wo eine 1-Zimmer-Wohnung für 1178 Franken im Monat inseriert war. Dafür gibt es gerade einmal 10 Quadratmeter, eine kleine Küche, ein winziges Badezimmer – und kaum genug Platz für ein Doppelbett. Grosser Vorteil im Vergleich zur Winterthurer Schmuddel-Wohnung: Als «Highlight der Wohnung» wird die «komplett sanierte Küche» mit zwei Herdplatten und Kühlschrank aufgeführt, «perfekt für kleine Mahlzeiten und Snacks». 

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