Darum gehts
- Auf Swiss-Flügen der Strecke Zürich-Hongkong häufen sich derzeit Diebstähle in der Kabine
- Passagiere werden gebeten, Wertgegenstände bei sich zu tragen
- Das entsprechende Swiss-Personal wird speziell geschult
Eigentlich sollte ein Ferienflug positive Gefühle wecken: Auf dem Hinflug steigt die Vorfreude, auf dem Rückflug schwelgt man in Erinnerungen an die erholsamen Tage. Doch für einige Swiss-Passagiere wurde der Flug zuletzt zum Ärgernis. Der Grund: Auf der Strecke Zürich–Hongkong häufen sich derzeit Diebstähle in der Flugzeugkabine, wie das Luftfahrtportal «Aerotelegraph» berichtet.
Demnach informierte die Schweizer Airline die Besatzung in einer internen Mitteilung über sich häufende Meldungen zu Gepäckdiebstählen auf Hongkong-Flügen. Auf Anfrage von Blick bestätigt eine Swiss-Sprecherin: «Tatsächlich sind auf Nachtflügen von und nach Hongkong vereinzelt Diebstähle vorgekommen.» Dies käme allerdings «äusserst selten vor». Wie viele Diebstähle sich konkret ereignet haben, beantwortet die Sprecherin nicht – «im Sinne der Prävention und der Aufklärung der Fälle».
Dennoch sind es offenbar so viele, dass sich die Airline zum Handeln gezwungen sieht: «Unser Kabinenpersonal informiert die Gäste derzeit standardmässig mit einer entsprechenden Durchsage», so die Sprecherin zu Blick. Die Passagiere werden darin gebeten, sämtliche Wertgegenstände möglichst immer bei sich zu tragen und nicht im Gepäckfach zu lassen. Auch wird das Swiss-Personal auf dieser Strecke speziell geschult: «Flight Attendants und Maîtres de Cabine werden zusätzlich sensibilisiert, Verdachtsfälle zu melden. Bei gemeldeten Fällen informieren wir die Behörden am Zielort.» Die Besatzung werde zudem aufgefordert, ihr persönliches Gepäck und ihre Wertgegenstände möglichst in abschliessbaren Stauräumen zu deponieren.
Verdeckter Security soll Dieben das Handwerk legen
Offenbar machen fiese Langfinger nicht nur der Lufthansa-Tochter zu schaffen: Wie die italienische Zeitung «Corriere della Sera» berichtet, haben sich häufende Diebstähle gleich mehrere Airlines dazu veranlasst, verdeckte Sicherheitsmitarbeiter in den Flugzeugen einzusetzen. Dies berichteten mehrere Airline-Chefs am Rande der Jahresversammlung des weltweiten Airline-Verbands International Air Transport Association (Iata) im Juni. Rund 30 internationale Airlines hätten demnach am Flugverkehrshub in der katarischen Hauptstadt Doha über die Problematik beraten. Ein Iata-Mitarbeiter erklärte zudem, dass nur «bestimmte Märkte» betroffen seien. Asien bereite ihm die grössten Sorgen, wird dieser im Bericht zitiert. In vielen Fällen handle es sich um organisierte Banden.
Ein Fall, bei dem ein chinesischer Passagier einen Mitreisenden bestahl, sorgte 2023 für Aufsehen: Auf einem Flug vom vietnamesischen Ho-Chi-Minh-Stadt nach Singapur erbeutete der Gauner umgerechnet satte 20'000 Franken – weil ein Passagier 18'100 Franken in bar mit sich trug. Der aufmerksamen Crew fiel das Verhalten des Mannes jedoch auf, weshalb er bei der Landung von der Flughafenpolizei empfangen wurde.
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