Darum gehts
Seit gut einem Jahrzehnt stellt sich nach jeder Skisprungsaison die gleiche Frage: Macht Simon Ammann (44) weiter oder nicht? Am kommenden Wochenende wird er in Planica (Slo) nicht springen, weshalb seine 29. Weltcupsaison zu Ende ist. Was danach kommt? Weiss Ammann selbst nicht.
Ein Zukunftsgespräch mit Cheftrainer Bine Norcic blieb ergebnislos. «Simon will sich nach der Saison Zeit nehmen, um sich einige Gedanken zu machen», erklärt der Slowene. Zudem dürfte Ammann die freien Tage nutzen, um Kraft zu tanken. Schliesslich kosteten ihn die letzten Monate viel Energie.
Viel Spass mit dem Routinier
Ammann kämpfte um eines von drei Olympia-Tickets. Bis zum Schluss durfte er auf seine geschichtsträchtige achte Teilnahme hoffen. Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen jedoch gegen Ammann und für den 19-jährigen Felix Trunz. Dieser überzeugte in Italien mit dem 18. Rang auf der Normalschanze.
Ammann verpasste einmal mehr den Anschluss an die erweiterte Weltspitze. Der Altmeister scheiterte oftmals an der Hürde für den zweiten Durchgang. Mit 41 Weltcup-Zählern liegt er punktgleich mit Trunz auf Platz 46 im Gesamtweltcup. Aus Schweizer Sicht sind nur Gregor Deschwanden und Sandro Hauswirth vor ihm klassiert.
Deshalb würde er auch in Zukunft keinem Schweizer Talent einen Platz wegnehmen. Ammanns Leistungen reichen noch immer für einen Kaderplatz. Es bleibt abzuwarten, ob seine Leidenschaft weiterhin gross genug ist, um den riesigen Aufwand durchzustehen.
Cheftrainer Norcic würde es sich wünschen. «Ich versuche, ihn zum Weitermachen zu überreden. Es macht enorm Spass, mit Simon zu arbeiten. Ich bin mir sicher, dass wir noch einige Schritte nach vorne machen könnten.»