Darum gehts
- Simon Ammann beendet seine Saison vorzeitig – auf eigenen Wunsch
- Sein Cheftrainer ist überrascht von dieser Entscheidung
- Bleibt die Frage: Tritt Ammann nach dieser Saison zurück?
Das passt so gar nicht zu Simon Ammann (44). Zu dem Mann, der kaum etwas so sehr liebt wie das Fliegen. Der jeden Wettkampf als neue Chance sieht, um das entscheidende Puzzlestück zu finden. Dieser soll freiwillig auf einen Weltcup-Start verzichten?
Was undenkbar scheint, ist tatsächlich geschehen. Der vierfache Olympiasieger fehlt im Aufgebot für das letzte Weltcup-Springen in Planica (Slo). Und das, obwohl die Verantwortlichen zuvor immer wieder betont hatten, dass der vierfache Olympiasieger dort auf jeden Fall starten wird.
Auf dem falschen Fuss erwischt
Ammann fällte den Entscheid, seine Saison vorzeitig zu beenden, nach dem Weltcup-Springen in Vikersund (Nor) am vergangenen Wochenende. «Das war für mich eine grosse Überraschung», gibt Cheftrainer Bine Norcic zu Protokoll.
Der Slowene plante fest mit einem Einsatz des Altmeisters. Im Vorfeld führte er extra noch ein Zukunftsgespräch mit Ammann, um ihm bei einem möglichen Rücktritt in Planica einen würdigen Abschied bescheren zu können.
Olympia-Kampf als möglicher Grund
Das Gespräch endete jedoch ohne Ergebnis. «Simon will sich nach der Saison Zeit nehmen, um sich einige Gedanken zu machen.» Dass diese nun vorzeitig zu Ende ist, lässt Raum für Spekulationen. Fehlte ihm am Ende die Lust und Energie nach diesem intensiven Winter?
Der Kampf um ein Olympia-Ticket zog sich über Monate, jeder Wettkampf wurde zur Belastungsprobe, physisch wie mental. Am Ende verpasste Ammann seine achte Teilnahme nur ganz knapp. Darüber gesprochen hat er bis heute nicht. Ein Geheimnis bleiben auch die Gründe für seine Planica-Absage.
Würde er sich im Frühling tatsächlich für den Rücktritt entscheiden, wäre sein letzter Auftritt ein 42. Rang in Norwegen. Ein stiller Abgang durch die Hintertür – das wiederum würde zu Ammann passen.