Darum gehts
Der Verzicht auf das letzte Weltcup-Springen heizte die Diskussionen weiter an. Tritt Simon Ammann (44) nach seiner 29. Weltcup-Saison zurück oder nicht? Nun hat der vierfache Olympiasieger seine Entscheidung gefällt. Cheftrainer Bine Norcic verrät Blick: «Simon macht weiter. Ich werde mit ihm die neue Saison planen.»
Der Altmeister hat also noch immer nicht genug. Und das, obwohl er in der vergangenen Saison eine weitere Enttäuschung verarbeiten musste. Ammann verpasste die Selektion für seine achten Olympischen Spiele. Damit hätte er mit dem japanischen Skispringer Noriaki Kasai (53) und der deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (54) gleichgezogen.
Aufstieg dank seiner Leistungen
Wie hart ihn dieser Entscheid traf, kann man nur erahnen. Ammann schweigt seit seinem Olympia-Aus. Im Generationenduell wurde ihm der mittlerweile 20-jährige Felix Trunz vorgezogen. Ammann selber will sich auch momentan nicht zu seiner Zukunft äussern.
Das Feuer für den Skisprungsport scheint deswegen aber nicht erloschen zu sein. «Er ist sehr motiviert. Ich bin überzeugt, dass wir im Sommer weitere Schritte nach vorne machen können», erklärt Norcic.
Dass Ammann es noch einmal wissen will, war lange offen. Zwar wurde er von Swiss-Ski kürzlich wieder vom B- ins A-Kader hochgestuft. Doch diese Beförderung war kein Bekenntnis zur Zukunft im Skispringen – sondern eine Folge seiner Resultate.
Trainingsstart ist schon bald
Der Entscheid basierte auf den in der vergangenen Saison erbrachten Leistungen. «Da gibt es klare Resultat-Richtlinien. Anhand dieser wird entschieden. Raum für Diskussionen gibt es da keine», erklärt Skisprung-Chef Joel Bieri.
Die Aufstufung beweist jedoch, dass Ammann im letzten Winter immer wieder gute Sprünge gezeigt hat. So klassierte er sich beispielsweise im Weltcup achtmal unter den besten 30 Athleten. Aktuell gehört er noch immer zu den vier besten Schweizer Skispringern.
In der nächsten Saison will er die Jungen erneut herausfordern. Im Mai beginnt das Training. Dann bleiben Ammann knapp sechs Monate, um sich auf seine 30. Weltcup-Saison vorzubereiten. Ob es seine letzte sein wird?