Knall bei Unihockey-Dominator
Dem Zürcher Serienmeister läuft das ganze Team davon

Die Kloten-Dietlikon Jets erleben ein Erdbeben: Nach der Superfinal-Niederlage gegen Burgdorf verlassen 14 Spielerinnen und auch der Trainer den Verein. Was steckt hinter dem massiven Umbruch?
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Bei den Kloten-Dietlikon Jets kommt es zum Exodus.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 14 Spielerinnen verlassen Kloten-Dietlikon Jets nach Trainerwechsel und internen Konflikten
  • Nationalspielerin Leonie Wieland kritisiert fehlende Ehrlichkeit und Wertschätzung im Verein
  • Neun Ex-Jets-Aushängeschilder wechseln von den Jets zu Red Ants Winterthur
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Die Kloten-Dietlikon Jets waren jahrelang das Mass aller Dinge im Schweizer Frauen-Unihockey. Sechs Meistertitel in Serie, nationale Dominanz und eine Mannschaft, die als eingeschworene Einheit galt. Völlig unerwartet erlebt der Serienmeister nun aber keinen gewöhnlichen Generationenwechsel, sondern ein regelrechtes Beben.

Nach dem nicht verlängerten Vertrag von Trainer Rolf Kern und der Superfinal-Pleite gegen Burgdorf folgt jetzt der Mega-Aderlass: 14 Spielerinnen verlassen den Verein, und auch der erst im Dezember zurückgekehrte Co-Sportchef Giovanni «Giovi» Marti hat sein Amt niedergelegt.

Während der Verein den beispiellosen Umbruch offiziell mit einer sportlichen Neuausrichtung und einer stärkeren Förderung des eigenen Nachwuchses begründet (siehe Box unten), brodelt es seit längerem hinter den Kulissen.

Nati-Spielerin packt aus

Um Klarheit zu schaffen, bricht jetzt Nationalspielerin Leonie Wieland ihr Schweigen. Gegenüber Blick verrät die 24-jährige Stürmerin: «Ich habe mich entschieden, den Verein zu verlassen, weil für mich zentrale Voraussetzungen für eine vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit nicht mehr gegeben waren.»

Das sagen die Kloten-Dietlikon Jets zum Wirbel

Die Kloten-Dietlikon Jets nehmen gegenüber Blick Stellung zum Massen-Exodus: «Die Abgänge in diesem Umfang haben wir nicht erwartet. Wir wussten, dass eine sportliche Neuausrichtung und ein Wechsel im Staff in einem erfolgreichen und eng verbundenen Team Emotionen auslösen. Dass daraus nun eine so grosse Kaderveränderung entstanden ist, bedauern wir.»

Zu den von Ex-Spielerin Wieland erhobenen Vorwürfen schreiben die Jets: «Zu einzelnen Gesprächen, internen Abläufen, persönlichen Einschätzungen oder vertraulichen Inhalten äussern wir uns nicht öffentlich. Wir nehmen aber zur Kenntnis, dass nicht alle Einschätzungen, Erwartungen und Botschaften bei allen Beteiligten gleich angekommen sind. Das werden wir intern aufarbeiten.»

Mit dem neuen Trainer Petri Turunen werde nun an der Zukunft gearbeitet, das Frauen-Topteam soll ein zentraler Bestandteil des Klubs bleiben.



Die Kloten-Dietlikon Jets nehmen gegenüber Blick Stellung zum Massen-Exodus: «Die Abgänge in diesem Umfang haben wir nicht erwartet. Wir wussten, dass eine sportliche Neuausrichtung und ein Wechsel im Staff in einem erfolgreichen und eng verbundenen Team Emotionen auslösen. Dass daraus nun eine so grosse Kaderveränderung entstanden ist, bedauern wir.»

Zu den von Ex-Spielerin Wieland erhobenen Vorwürfen schreiben die Jets: «Zu einzelnen Gesprächen, internen Abläufen, persönlichen Einschätzungen oder vertraulichen Inhalten äussern wir uns nicht öffentlich. Wir nehmen aber zur Kenntnis, dass nicht alle Einschätzungen, Erwartungen und Botschaften bei allen Beteiligten gleich angekommen sind. Das werden wir intern aufarbeiten.»

Mit dem neuen Trainer Petri Turunen werde nun an der Zukunft gearbeitet, das Frauen-Topteam soll ein zentraler Bestandteil des Klubs bleiben.



Was Wieland damit meint? Vor allem Werte wie Ehrlichkeit, offene Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung seien im Umgang mit dem Frauenteam zuletzt viel zu kurz gekommen. «Es wurden Entscheide getroffen, ohne dass vorgängig ein transparenter oder nachvollziehbarer Prozess stattgefunden hätte», so Wieland.

Auch eine versprochene Frauenvertretung im Vorstand blieb aus. Für Wieland und ihre Teamkolleginnen ist deshalb klar: «Es entstand der Eindruck, dass das Frauenteam im Verein nicht mehr denselben Stellenwert hat wie früher.»

Neuanfang in Winterthur

Während der sportliche Verlust für die Jets immens ist, freuen sich nun die Lokalrivalen aus Winterthur. Die dort ansässigen Red Ants dürfen gleich neun ehemalige Jets-Spielerinnen begrüssen.

Darunter auch Wieland, die sich nach dem abrupten Ende bei den Jets bereits sehr auf die neue Herausforderung in Winterthur freut. «Wir wurden bereits in den ersten Trainings sehr gut aufgenommen und integriert», sagt sie. 

Für viele Spielerinnen scheint die turbulente Geschichte damit ein versöhnliches Ende zu nehmen. Anders sieht es bei Giovanni Marti aus. Der langjährige Funktionär, der erst vor einem halben Jahr als Co-Sportchef zu seinem Herzensverein zurückgekehrt war, ist aufgrund des Umganges mit den Spielerinnen weiterhin schwer enttäuscht. Nach über drei Jahrzehnten als Funktionär im Schweizer Unihockey deutete Marti deshalb an, dass seine Laufbahn in diesem Sport jetzt zu Ende gehen könnte.

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