Darum gehts
- Stan Wawrinka hat seine Grand-Slam-Karriere nach der US-Open-Niederlage gegen Berrettini beendet
- Er hielt eine emotionale Abschiedsrede: «Ich werde das Tennis vermissen»
- 49 Fünfsatz-Matches, davon 26 Siege und 23 Niederlagen
That’s it. Das wars mit der Grand-Slam-Karriere von Stan Wawrinka (41). Nach 21 Jahren und total 235 Partien auf allerhöchster Stufe nimmt der Romand infolge seiner US-Open-Auftaktniederlage gegen Matteo Berrettini (6:7, 6:7, 0:6) den Hut – und lässt sich in New York feierlich verabschieden. Wawrinka gibt noch einmal den Showman und heizt die Menge auf dem Grandstand, dem drittgrössten Stadion in Flushing Meadows, ordentlich an, bevor er Tennisbälle auf die Tribüne schiesst.
Davor sagt er zur – zu spät und erst nach Rückzug eines anderen Spielers erhaltenen – Wildcard: «Ich bin sehr dankbar dafür. Es war mir wichtig, in diesem Jahr noch einmal die Möglichkeit zu haben, alle vier Grand Slams zu spielen.» Der Routinier, der Ende Jahr seine Laufbahn mit dem Event «One Last Backhand» in Genf (19. Dezember) ausklingen lässt, wird bei seiner Abschiedsrede auf dem Court sichtlich emotional – und meint: «Ich werde das Tennis vermissen.»
Von den Organisatoren gibts eine eingerahmte Fotomontage seiner New Yorker Auftritte und von Berrettini, auf den er schon in Wimbledon getroffen war (Viersatzniederlage), warme Worte: «Du bist eine Legende unseres Sports.» Dann tritt Wawrinka unter tosendem Applaus ab. Er darf die Grand-Slam-Bühne erhobenen Hauptes verlassen – weil seine Hinterlassenschaft auf diesem Level auch über seine Titel in Melbourne, Paris und New York hinaus von grossartiger, denkwürdiger Natur ist.
Ein Blick auf die verrücktesten Zahlen seiner Hauptfeldkarriere an Majors:
Die Finals
Auf die Frage nach dem wichtigsten Sieg seiner Karriere antwortet Stan Wawrinka stets: der French-Open-Titel 2015. Damals triumphierte er gegen einen ansonsten in jenem Jahr unwiderstehlichen Novak Djokovic. Der Serbe holte 2015 sagenhafte elf Titel. In Paris aber zeigte ihm Wawrinka den Meister (4:6, 6:4, 6:3, 6:4). Es war nach dem Australian-Open-Sieg 2014 (6:3, 6:2, 3:6, 6:3 gegen Rafael Nadal) sein zweiter Grand-Slam-Titel. Und den dritten gewann er schliesslich 2016 an den US Open, als er erneut Djokovic bodigte (6:7, 6:4, 7:5, 6:3). Nur beim French-Open-Final 2017 gegen Nadal blieb Wawrinka chancenlos (2:6, 3:6, 1:6).
Die epischen Fünfsätzer
Der Spitzname «Marathon-Stan» kommt nicht von ungefähr: Fünfsätzer wurden mit Fortdauer seiner Laufbahn beinahe schon typisch für den Waadtländer. 49 (!) an der Zahl spielte er. Mit einer ziemlich ausgeglichenen Bilanz von 26 Siegen zu 23 Niederlagen.
Australian Open
Teilnahmen: 20
Premiere: 2006
Bilanz: 45:19 Siege
Fünfsätzer: 5:7 Siege
Preisgeld: 5,30 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2014
French Open
Teilnahmen: 21
Premiere: 2005
Bilanz: 46:20 Siege
Fünfsätzer: 11:5 Siege
Preisgeld: 5,65 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2015
Wimbledon
Teilnahmen: 19
Premiere: 2005
Bilanz: 23:19 Siege
Fünfsätzer: 1:5 Siege
Preisgeld: 1,88 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Viertelfinal 2014 und 2015
US Open
Teilnahmen: 18
Premiere: 2005
Bilanz: 46:17 Siege
Fünfsätzer: 9:6 Siege
Preisgeld: 7,10 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2016
Australian Open
Teilnahmen: 20
Premiere: 2006
Bilanz: 45:19 Siege
Fünfsätzer: 5:7 Siege
Preisgeld: 5,30 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2014
French Open
Teilnahmen: 21
Premiere: 2005
Bilanz: 46:20 Siege
Fünfsätzer: 11:5 Siege
Preisgeld: 5,65 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2015
Wimbledon
Teilnahmen: 19
Premiere: 2005
Bilanz: 23:19 Siege
Fünfsätzer: 1:5 Siege
Preisgeld: 1,88 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Viertelfinal 2014 und 2015
US Open
Teilnahmen: 18
Premiere: 2005
Bilanz: 46:17 Siege
Fünfsätzer: 9:6 Siege
Preisgeld: 7,10 Mio. US-Dollar
Bestes Resultat: Sieg 2016
Der längste Match
Wawrinka hat nicht weniger als 23 Grand-Slam-Partien bestritten, die vier Stunden oder länger dauerten. Der Marathon-Match schlechthin fand im Jahr 2019 statt: Im French-Open-Achtelfinal lieferte er sich mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas einen über fünf Sätze und ganze fünf Stunden und neun Minuten ausgetragenen Schlagabtausch, den der Westschweizer letztlich mit dem Resultat von 7:6, 5:7, 6:4, 3:6, 8:6 gewann.
Der klarste Sieg
Deutlicher und schneller hat Wawrinka in seiner Grand-Slam-Karriere nie ein Spiel für sich entschieden: An den French Open 2009 fegte er den Chilenen Nicolas Massu in nur einer Stunde und 14 Minuten glatt in drei Sätzen vom Platz. 6:1, 6:1, 6:2 lautete das Ergebnis.
Die Duelle mit Federer
Mit einer Siegstatistik von 1:7 weist Stan Wawrinka ausgerechnet gegen Kontrahenten aus seinem eigenen Heimatland die schlechteste Bilanz auf. Gegen die allermeisten Länder ist seine Ausbeute im (klar) positiven Bereich. Wenig überraschend: Dass er gegen die Schweiz den Kürzeren zieht, liegt einzig und allein an Roger Federer, gegen den er siebenmal verlor. Der einzige Sieg gegen seinen Kumpel gelang ihm auf dem Weg zu seinem Roland-Garros-Titel 2015, als er den Baselbieter im Viertelfinal in drei Sätzen niederrang. Mit 6:4, 6:3, 7:6.
Die Lieblingsgegner
Von Andy Roddick bis hin zu Taylor Fritz: Gegen Spieler aus den USA weist Wawrinka die besten Grand-Slam-Resultate auf. 13 Siege, 4 Niederlagen. Auch die Tschechen mit Tomas Berdych und Co. lagen «Stan the Man» ganz gut (9:1).