Darum gehts
- Stan Wawrinka (41) nimmt 2026 nicht an den US Open teil
- Keine Wildcard trotz Turniersieg 2016 löst Kritik in der Tennis-Welt aus
- Wawrinka spielte über 20 Jahre am Turnier und gewann 2016
«Die Kämpfe, die langen Nächte, die unglaubliche Atmosphäre, die Liebe aus dem Publikum ... Erinnerungen, die für immer bleiben werden», schreibt Stan Wawrinka (41) am Dienstag auf seinem Instagram-Kanal. Es sind Abschiedsworte – an New York, wo er in diesem Jahr nicht an den US Open teilnehmen wird.
Es wäre das letzte Grand-Slam-Turnier seiner Karriere gewesen, doch eine Wildcard hat er trotz seines Triumphs in Flushing Meadows 2016 nicht erhalten. Der Entscheid ist in der Tennis-Welt auf viel Unverständnis gestossen: Als «beschämend» und «sehr unschöne Geste» bezeichnen ihn mit José Morgado und José Moron etwa zwei renommierte Tennis-Journalisten.
Kein Groll bei Wawrinka
Auch Wawrinkas Trainer Magnus Norman (50) bedauert das Ausbleiben einer Wildcard. «Wir haben auf einen letzten Grand Slam mit 41 Jahren hingearbeitet, haben das Ziel aber verpasst. Das tut sicher weh, aber danke für all die schönen Erinnerungen auf und neben dem Court», kommentiert der Schwede auf Instagram.
Auch Wawrinka zeigt Klasse und wählt diplomatische Worte, indem er in seinem Post das Positive aus über 20 Jahren US Open hervorhebt. «New York wurde allmählich zu einem meiner Lieblingsorte in der Welt. Diese Stadt hat mich herausgefordert, sie hat mich gepusht, sie hat etwas in mir hervorgebracht, was nur wenige Orte je konnten.»
«Alles fühlte sich zu gross an»
Dabei sei es keine Liebe auf den ersten Blick gewesen: «Als ich zum ersten Mal aus einem kleinen Schweizer Bauerndorf nach New York gekommen bin, fühlte sich alles zu gross an.» Vor seinem Turniersieg 2016 musste er zudem einige bittere Niederlagen wegstecken – beispielsweise im Halbfinal 2013, als er sich der damaligen Weltnummer eins Novak Djokovic (39) nach heroischem Kampf in fünf Sätzen geschlagen geben musste. «Ich habe einige der stärksten Emotionen meiner Karriere hier erlebt», resümiert Wawrinka.
Für eine letzte Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier hätte Wawrinka die Qualifikation auf sich nehmen müssen. Dies ist für ihn aber in den letzten Jahren nicht mehr infrage gekommen.
So endet seine Grand-Slam-Karriere mit den Worten: «Für immer dankbar. Für immer New York». Es ist ein Abschied aus der Ferne – aber einer mit Klasse.