Tennis-Talent spielt in Gstaad
Wawrinkas Kult-Hose hängt immer noch in Dietrichs Kinderzimmer

Eine signierte Hose von Stan Wawrinka ist einer der grössten Schätze aus Dylan Dietrichs Kindheit. In Gstaad schliesst sich für ihn nun der Kreis: Der 21-Jährige schafft erstmals den Sprung in ein ATP-Hauptfeld und erhält sogar Glückwünsche von seinem grossen Vorbild.
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Der Jubel bei Dylan Dietrich ist riesig nach dem grössten Sieg seiner Karriere in Gstaad.
Foto: Nico Ilic/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dylan Dietrich (21) schlägt in Gstaad Thiago Monteiro und erreicht Hauptfeld
  • Wawrinkas signierte Hose hängt seit 15 Jahren in seinem Kinderzimmer
  • Erster Schweizer als bester College-Spieler der USA
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Joël HahnRedaktor Sport

Vor rund 15 Jahren träumte Dylan Dietrich (21) noch davon, eines Tages dort aufzuschlagen, wo Stan Wawrinka (41) seine grössten Erfolge feierte. Damals gewann eine Kollegin von Dietrichs Eltern bei einem Tennisevent im TC Sonnenberg am Zürichberg eine von Wawrinkas legendären, karierten und signierten Kulthosen. Sie schenkt das Erinnerungsstück später dem kleinen Dylan.

Die Hose von den French Open 2015 landet nicht im Schrank, sondern bekommt einen Ehrenplatz. Bis heute hängt sie im Kinderzimmer des Zürchers. Am Sonntag schloss sich in Gstaad der Kreis.

Während Wawrinka wenige Meter weiter von Hunderten Fans verabschiedet wird, sorgt Dietrich auf dem Center Court selbst für Schlagzeilen. Der Zürcher schlägt in der zweiten Qualifikationsrunde den ehemaligen Weltranglisten-61. Thiago Monteiro (31) mit 3:6, 6:3, 6:4 und steht erstmals im Hauptfeld eines ATP-Turniers. «Es fühlt sich ein bisschen wie ein Traum an», sagt Dietrich nach seinem Exploit. «Jeder, der in der Schweiz Tennis spielt, träumt davon, einmal in Gstaad, Basel oder Genf spielen zu dürfen. Dass das jetzt Wirklichkeit wird, ist mega speziell.»

«Sie hängt heute noch in meinem Kinderzimmer»

Der Erfolg bekommt kurz darauf noch eine besondere Note. Während Wawrinka auf seiner Abschiedsfeier den Jubel aus dem Stadion hört und Dietrich zum Sieg gratuliert, weiss der 21-Jährige davon zunächst gar nichts. Erst als Blick ihm die Nachricht später in der Mixed Zone überbringt, beginnt er zu strahlen: «Megacool. Das bedeutet mir sehr viel.»

War Wawrinka sein grosses Idol? Dietrich meint: «Er war sicher eine riesige Inspiration für mich. Vom Spielstil her habe ich eher zu Juan Martín del Potro aufgeschaut. Aber Stan als Persönlichkeit und mit dem, was er erreicht hat, hat mich extrem geprägt.»

Der beste College-Spieler der USA

In der Schweiz kennen bislang nur wenige den Namen Dylan Dietrich. Den Grossteil des Jahres verbringt der Zürcher an der University of Virginia. Dort schreibt er in diesem Frühling selbst Geschichte. Mit seinem Team gewinnt er die NCAA-Meisterschaft, dazu wird er als erster Schweizer überhaupt zum besten College-Spieler der USA gewählt.

Ende August kehrt Dietrich für sein letztes Studienjahr in die USA zurück. Im Frühling schliesst er sein Studium in Data Science und Mathematik ab. Danach will er sich ganz dem Profitennis widmen. «Dann will ich voll professionell spielen.»

Vorher wartet aber bereits das nächste Highlight. Am Dienstag kommt es zum Schweizer Duell mit Jérôme Kym (23) im Hauptfeld von Gstaad. Vielleicht nimmt Dietrich danach irgendwann die signierte Wawrinka-Hose von der Wand. Noch hängt sie aber dort – als Erinnerung an den Mann, dessen Weg er nun selbst einschlägt.

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