Darum gehts
- Jannik Sinner gewinnt Wimbledon 2026 gegen Alexander Zverev in vier Sätzen
- Sinner zeigt Fairplay: Hilft Zverev nach Sturz im dritten Satz auf
- Erfolgreiche Titelverteidigung: Sinner feiert fünften Grand-Slam-Titel
Für den erfolgsverwöhnten Jannik Sinner ist das nahezu eine Ewigkeit: Ein Jahr lang hat sich der Italiener gedulden müssen, bis er seinen fünften Grand-Slam-Titel einsacken kann. Anders als zuletzt bei den US Open 2025 oder den Australian Open 2026 gelingt ihm in Wimbledon die erfolgreiche Titelverteidigung. In einem hochklassigen Final bodigt der Weltranglistenerste den Deutschen Alexander Zverev 6:7 (7:9), 7:6 (7:2), 6:3, 6:4.
Sinner war es, der Zverev in Roland Garros Ende Mai durch seinen hitzebedingten Einbruch in der zweiten Runde die Türe meterweit öffnete, den Titelfluch auf Major-Stufe zu brechen – zumal der verletzte Carlos Alcaraz (auch in Wimbledon nicht dabei) ebenfalls fehlte. Zverev packte die Gelegenheit und erlöste sich vor fünf Wochen auf der roten Asche in Paris. Der erhoffte Ketchup-Effekt aus Zverev-Sicht bleibt allerdings an der Church Road aus und die Deutschen kriegen keinen dritten männlichen Wimbledon-Sieger nach Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Michael Stich (1991).
Auf dem heiligen Rasen kommen die Tennisfans in den Genuss eines direkten Aufeinandertreffens zwischen dem 24-jährigen Branchenprimus Sinner und Zverev, der ab Montag neu die Weltnummer zwei sein wird. In der Royal Box fiebern in der prallen Sonne Prinz William und Prinzessin Kate mit ihren Kindern George und Charlotte mit. Anna Wintour, Nicole Kidman, Sienna Miller und Jennifer Lopez sitzen ebenfalls im Stadion wie Rami Malek, Ben Stiller, Tom Hiddleston oder beispielsweise Andrew Garfield.
Von Anfang an schenken sich die beiden aufschlagsstarken Kontrahenten nichts. Nur Sinner kommt im ersten Satz zu einem Breakball, leistet sich allerdings zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt einen Abflug auf der Vorhandseite. Im Tiebreak punktet stets derjenige, der aufschlägt – bis sich Zverev dank eines Mini-Breaks Durchgang eins krallt. Logisch, lässt der 29-Jährige direkt danach einen Urschrei raus. Die neun vergangenen Direktbegegnungen hat er allesamt verloren und dabei in den letzten sechs Matches nie einen einzigen Satz gewonnen.
Zverev stürzt, Sinner hilft ihm auf
Ohne eine einzige Möglichkeit auf einen Servicedurchbruch gehts auch danach wieder direkt in ein Tiebreak. Nur startet Sinner dort unmittelbar mit einem Mini-Break und bewerkstelligt in der Folge den Ausgleich. Einen kleinen Schreckmoment erlebt Zverev im dritten Satz: Bei seinem ersten Breakball rutscht er weg, als Sinner einen Stoppball einstreut, und hält sich kurz das rechte Knie. Sinner eilt herüber und hilft seinem Gegner wieder auf die Beine. Eine tolle Geste – und ein Moment, der in Erinnerung bleibt.
Denn im darauffolgenden Game ist es Sinner, der seinerseits den allerersten Servicedurchbruch der Partie zum 5:3 realisiert. Dabei stürzt der Italiener beim entscheidenden Ballwechsel ebenfalls, rappelt sich jedoch umgehend wieder auf und sieht dann, wie Zverevs Vorhand zu lang gerät. Frustriert fliegt beim Deutschen der Schläger weg. Weg ist kurz danach auch der dritte Satz aus seiner Sicht.
Endgültig auf die Zielgerade biegt Sinner im siebten Game des vierten Durchgangs ein. Mit einem Vorhandwinner nimmt er Zverev ein zweites Mal in diesem Match den Aufschlag ab. Den Rest erledigt er im Stile eines neuerdings zweifachen Wimbledon-Champions.