Darum gehts
- Nick Kyrgios positiv auf Kokain getestet, provisorisch seit 4. August gesperrt
- Kyrgios nennt es einen «grossen Fehler», übernimmt volle Verantwortung
- Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, um zu sich selber zu finden
Nick Kyrgios (31) nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Er sagt seine Meinung, hat sich so den Ruf als Tennis-Rüpel erarbeitet. Mit dem Racket hat er zuletzt aber nur selten für Aufsehen gesorgt. In diesem Jahr hat die einstige Weltnummer 13 lediglich vier Partien bestritten (ein Sieg).
Zuletzt nahm er Ende Juni am 250er-Turnier auf Mallorca (Sp) teil. Und musste sich seinem australischen Landsmann Adam Walton (27) in zwei Sätzen geschlagen geben. Eine Niederlage, die ein Nachspiel hat.
«Ich wollte, dass ihr das zuerst von mir erfahrt», schreibt Kyrgios auf Instagram. Und macht dann ein Geständnis: «Ich bin kürzlich auf Mallorca bei einem Dopingtest durchgefallen, nachdem ich positiv auf Kokain getestet wurde.» Kyrgios zeigt sich einsichtig, schreibt von einem «grossen Fehler», den er begangen hat. «Ich übernehme die volle Verantwortung dafür.»
Worte der Entschuldigung folgen. «Ich weiss, welches Beispiel ich damit gebe, und bin zutiefst von mir selbst enttäuscht.» Ausreden will er keine liefern, aber einen Kontext zu den Umständen geben.
«Eine der schwierigsten Herausforderungen»
In den letzten Jahren wurde Kyrgios immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Das Handgelenk machte Probleme, zudem musste er sich vier Knie-Operationen unterziehen. Das habe ihn «körperlich als auch psychisch schwer belastet. Mein Körper war nicht mehr in der Lage, das zu leisten, was mein Geist von ihm erwartet hat.» Für ihn sei es schwieriger als erwartet gewesen, sich mit dem baldigen Karriereende abzufinden. «Etwas loszulassen, das mein ganzes Leben ausgemacht hat, ist eine der schwierigsten Herausforderungen, denen ich mich je stellen musste.» Er habe sich «manchmal hilflos und alleine gefühlt».
Kyrgios betont, dass nichts davon sein Verhalten entschuldige. Aber die gute Nachricht sei, dass ihm das Ganze die Augen geöffnet hat. Er will sich die nächsten 28 Tage von Social Media und dem öffentlichen Leben zurückziehen, «um mich darauf zu konzentrieren, wieder zu mir selbst zu finden».
Um die Konsequenzen kommt Kyrgios dennoch nicht herum. Er wurde rückwirkend per 4. August provisorisch gesperrt. Wie die International Tennis Integrity Agency ITIA mitteilt, kann er dagegen Rekurs einlegen. Das hat Kyrgios bisher allerdings nicht gemacht.