Darum gehts
- Stefanos Tsitsipas zeigt seine Fotografien an der Photo Basel bis Sonntag
- Ausgewählte Bilder aus Namibia und New York sind ausgestellt
- Tsitsipas' Foto-Instagram-Account hat 27'000 Follower, Djokovic ist ein Fan
Zwischen den French Open und dem kommende Woche stattfindenden Rasenturnier auf Mallorca hat Stefanos Tsitsipas (27) eine künstlerische Pause eingelegt – wortwörtlich. Der griechische Tennisstar ist an der Fotokunstmesse Photo Basel aufgetaucht – und das nicht etwa als Besucher, was bei seinem breiten Interesse an allen möglichen kreativen Zweigen nicht überrascht hätte, sondern als Aussteller.
Der zweifache Grand-Slam-Finalist, der einst die Nummer drei der Welt war, präsentiert im Volkshaus Basel als Vertreter der Iconico-Galerie aus Monaco seine Fotowerke. Konkret handelt es sich um Natur- und Stadtbilder aus Namibia und New York, die er teilweise aus einem Helikopter geschossen hat. Betrachten kann man diese noch bis Sonntag, dann endet der internationale Anlass.
Kostenpunkt: Je nach Foto oder Format umgerechnet 1613 respektive 2028 Franken. Womit unter Berücksichtigung der beträchtlichen Abzüge zugunsten der Messe schnell klar wird, dass er das nicht des Geldes, sondern der Freude wegen tut.
Die Mama erklärt den Namen
Tsitsipas fotografiert bereits seit zehn Jahren, wie er an der Messe erzählt. Zunächst auf simplere Art und Weise, mittlerweile aber ist er auf eine digitale Hasselblad Mittelformatkamera umgestiegen, für die er wohl gut 20'000 Franken hingeblättert hat: «Sie hat mich besser gemacht», sagt Tsitsipas, der sich dankbar zeigt für die Chance, die er in Basel erhält. Für ihn ist das Fotografieren ein Ventil im Profisportleralltag, eine Leidenschaft, ein Ausdruck seiner gestalterischen Ader.
Sein Auftritt in dieser Szene erfolgt mittels eines Pseudonyms, das er auch schon auf einem eigenen Foto-Instagram-Account verwendet: «Stiopkyn» heisst er dort. Auf die Frage, was genau dahinter steckt, verweist er weiter: «Da müsst ihr meine Mutter fragen. Sie hat mich schon als kleines Kind so genannt.»
Nun, Mama Yulia Salnikova (61), die russische Wurzeln hat, erklärt schliesslich: «Stiopkyn ist auf Russisch der Kosename für Stefanos. Zu Hause nennen wir ihn noch immer so.»
Filmchenmacher und Poet
Freigeist Tsitsipas ist auf der Tennistour schon immer bekannt dafür gewesen, ein Faible für Kunst und (mitunter teure) Ästhetik zu haben. Schon während der Corona-Pandemie verdiente er mit Fotoaufnahmen oder entsprechenden Werbeaufträgen Geld. Er drehte in jungen Jahren Youtube-Videos, schrieb bereits eigene Songs, verfasste poetisch angehauchte Beiträge auf X und entwickelte – mit Fortdauer seiner bislang sehr lukrativen Karriere (knapp 30 Millionen Franken Preisgeld brutto) – allmählich auch eine Schwäche für hübsche, schnelle Autos.
Sein Schaffen als Fotograf wird durchaus registriert, sein Foto-Account auf Instagram hat über 27’000 Follower. Mit Novak Djokovic (39) als prominentestem Fan. In sportlicher Hinsicht hingegen waren seine jüngsten Performances – auch aufgrund von Verletzungen – weniger glänzend. Das soll sich nun auf Mallorca und danach in Wimbledon möglichst rasch ändern, so Tsitsipas, der in der Weltrangliste bis auf Position 80 abgerutscht ist: «Ich will der Welt zeigen, dass ich es noch immer drauf habe.»