Seit Ende März hat Novak Djokovic (38, ATP 4) wegen Schulterproblemen keine Partie mehr bestritten. Beim Masters in Rom (It) gibt der Serbe sein Comeback – und erlebt nach seinem Freilos in der 1. Runde eine Premiere. Denn bei seiner 19. Teilnahme bedeutet erstmals die 2. Runde Endstation. Djokovic unterliegt dem Kroaten Dino Prizmic (20, ATP 79) 6:2, 2:6, 4:6.
Dabei gelingt ihm ein Start nach Mass. Beim Stand von 2:1 verpasst er noch das Break, wenig später holt er es zum 4:2. Danach lässt Djokovic nichts mehr anbrennen und tütet den ersten Durchgang ein.
Die Pace kann Djokovic nicht durchziehen. Im Gegenteil. Im 2. Satz muss er gleich seine ersten beiden Aufschlagspiele dem Gegner überlassen. Und kämpft plötzlich nicht nur gegen Prizmic, sondern auch mit körperlichen Problemen. Er atmet schwerer, stützt sich immer wieder auf den Knie ab. Auf der anderen Seite dreht Prizmic auf, spielt aggressiver und übernimmt das Zepter. Nach dem starken Start lässt er sich den Durchgang und damit den Satzausgleich nicht mehr nehmen.
Nach dem Dämpfer fängt sich Djokovic wieder etwas, kann das Geschehen ausgeglichener gestalten. Und muss letztlich das entscheidende Break zum 2:3 hinnehmen. Nach 2:17 Minuten verwertet Prizmic, der sich durch die Qualifikation ins Hauptfeld gekämpft hat, seinen ersten Matchball. Für den 20-jährigen Kroaten ist es der grösste Sieg seiner Karriere. Schon beim ersten Aufeinandertreffen mit Djokovic bei den Australian Open 2024 hat er sein grosses Potenzial angedeutet, als er der damaligen Weltnummer 1 einen Satz abknöpfen konnte.
Waltert verliert Marathon-Match
Bei den Frauen muss eine Schweizerin in der 2. Runde die Segel streichen. Simona Waltert (25, WTA 91) verkauft ihre Haut gegen die Weltnummer 25 Hailey Baptiste (24) aber teuer. Sie unterliegt in drei Stunden 7:6, 4:6, 4:6. Der Start in die Partie gelingt der Bünder Qualifikantin optimal, sie legt gleich mit Break vor. Nach dem Rebreak zum 4:4 erspielt sie sich dank des Servicedurchbruchs zum 6:5 die Chance, den Durchgang nach Hause zu servieren. Das gelingt nicht. In einem umkämpfen Tiebreak behält Waltert letztlich doch noch die Oberhand.
Im 2. Satz sind die Vorzeichen dann umgekehrt. Waltert muss ein frühes Break hinnehmen. Nach dem Rebreak kassiert sie das nächste Break zum 4:5 – danach lässt ihre amerikanische Gegnerin nichts mehr anbrennen und schafft den Satzausgleich. Aber Waltert lässt sich davon nicht aus dem Konzept bringen, startet stark in den Entscheidungssatz. Mit Break legt sie 3:1 vor, kann danach aber nur noch ein Game holen. Und muss so Baptiste zum Einzug in die nächste Runde gratulieren.