Darum gehts
- Schweiz scheitert im Billie-Jean-King-Cup trotz starker Leistung gegen Tschechien
- Bencic über ihre Belastungssteuerung – und ihre Doppel-Einsätze
- Nächster Einsatz ist beim Masters in Madrid geplant
Acht Stunden Herzblut, Schweiss und Nerven – und am Ende reichten ihre starken Performances in den zwei Einzeln und im Doppel trotzdem nicht fürs Weiterkommen: Doch Belinda Bencic (29) hat in der Billie-Jean-King-Cup-Quali gegen Tschechien (2:3) einmal mehr gezeigt, wie heiss sie läuft, wenn sie für die Schweizer Farben antritt. Wie schon im Januar, als sie beim United Cup eine Woche lang in Einzel und Doppel durchmarschierte und ihr Heimatland bis in den Final führte.
Dass Bencic auch eine ausgezeichnete Doppelspielerin abgibt, ist längst kein Geheimnis mehr. 2021 holte sie an der Seite von Viktorija Golubic (33) Olympia-Silber. Und erst kürzlich gewann sie mit dem italienischen Shootingstar Flavio Cobolli (23) den Mixed-Bewerb in Indian Wells. In einem hochklassigen, mit Doppel-Spezialisten gespickten Teilnehmerfeld notabene.
Doch auf Blick-Nachfrage gibt Bencic klar zu verstehen, dass dies eher die Ausnahme bleiben wird. Die Ostschweizerin im Doppel? Nur im Billie-Jean-King-Cup. Oder allerhöchstens noch bei kurzfristigen Gelegenheiten wie jener mit Cobolli: «Den Mixed-Bewerb spiele ich fast lieber – der ist weniger ernst als die klassische Variante.» Für Letztere habe sie unter dem Jahr «weder die Zeit noch die Energie»: «Meine Doppelkarriere auf der Tour ist nicht mehr existent.»
«Kalender ist auch so schon voll genug»
Bencic hat nach ihrer Schwangerschaftspause rasch wieder ein Top-Level in puncto Fitness erreicht. Trotzdem schaut sie mehr denn je auf den Energiehaushalt. Das ist nur logisch, als routinierte Elite-Spielerin und Mutter. Neigen jüngere Profis eher mal dazu, übers Jahr zu viele Turniere anzusteuern, setzt Bencic klare Prioritäten – was sie sich als Weltnummer elf und damit gesetzte Spielerin auch leisten kann.
Ein Einsatz nach dem Billie-Jean-King-Cup in Biel und vor dem Masters-Turnier in Madrid (ab 21. April) vom letzten Wochenende kommt für sie beispielsweise nicht infrage. Das traditionell sehr gut besetzte WTA-500-Turnier in Stuttgart lässt sie sausen. Gleiches gilt für andere kleinere Events im Mai und Juni. Auf Bencics Plan stehen nur die WTA-1000-Bewerbe in Madrid und Rom, die French Open und dann, als bislang einzige Ausnahme vor Wimbledon, das 500er-Turnier im Londoner Queen’s Club.
Sie sagt: «Der Kalender ist auch so schon voll genug – ich brauche die Zeit zwischen den Turnieren.» Für eine längere Durchschnaufpause blieb allerdings keine Zeit – nach dem Monstereffort in Biel gabs gerade mal zwei Tage frei, ehe bereits wieder das Training rief.