Geduldsprobe für Tennis-Supertalent
Wieso der Körper Henry Bernet momentan ausbremst

Henry Bernet kann schon im Teenager-Alter auf ein Weltklasse-Team zurückgreifen, aber die Tennis-Hoffnung sieht sich noch mit einer grossen körperlichen Herausforderung konfrontiert.
Kommentieren
1/7
Henry Bernet kam zuletzt nicht auf Touren – auch wegen seines Körpers.
Foto: Urs Lindt/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_563.JPG
Marco PescioReporter Sport

Der Junioren-Triumph an den Australian Open 2025 und der freche Auftritt an den Swiss Indoors im letzten Herbst haben gezeigt: Mit Henry Bernet (19) wächst einer heran, der dem Tennisland Schweiz künftig viel Freude bereiten könnte. Der junge Basler spielt elegantes, attraktives Tennis, ist reflektiert und wortgewandt, war die Weltnummer eins bei den Junioren und hat dadurch rasch die grossen Player der Szene auf den Plan gerufen.

Die britische Vermarktungsagentur Starwing Sports, die auch mit Stan Wawrinka (41) arbeitet und früher Jannik Sinner (24) an Bord hatte, wollte sich den jungen Schweizer nicht entgehen lassen. Die Schweizer Sportbekleidungsmarke On schlug ebenfalls zu.

Trainiert wird Bernet von Sven Swinnen (45), Ex-Coach von Dominic Stricker (23), und während rund zehn Wochen des Jahres von Severin Lüthi (50), dem langjährigen Weggefährten von Roger Federer (44). Und nun ist zum erstklassigen Kreis seiner Betreuer auch noch der Italiener Lorenzo Petrucci dazugestossen. Der Fitnesstrainer arbeitete in der Akademie des italienischen (Sinner-)Förderers Riccardo Piatti (67), und er spannte zuletzt mit der russischen Top-Spielerin Liudmila Samsonova (27, WTA 21) zusammen.

«Die Winkel verändern sich»

Dieser Tage weilt Bernet bei Petrucci in Mailand (I), um sich dort eines weiteren Aufbaublocks zu unterziehen. Denn der Körper ist momentan seine grösste Baustelle. Am Rande der Sports Awards erklärt er: «Ich habe das Gefühl, dass ich im letzten Jahr noch einmal gewachsen bin.» Nebst dem ohnehin schwierigen Übergang vom Juniorentennis auf die Profistufe dürfte dies ein weiterer Grund für die zuletzt ausbleibenden Resultate sein.

Ein später Wachstumsschub kann die Entwicklung zwischenzeitlich ausbremsen, denn er hat auch Auswirkungen aufs Spiel. «Die Winkel verändern sich», sagt Bernet. Die ATP führt den Youngster mit der einhändigen Rückhand mit einer Körpergrösse von 1,91 Meter auf – doch das steht dort schon seit langem.

Fakt ist: Wuchs er tatsächlich noch ein Stückchen, beansprucht die Adaptierung Zeit und Geduld. Das kann frustrierend sein. Gerade wenn, wie bei Bernet, in diesem Jahr bis auf ein Spiel auf ITF-Stufe sämtliche Partien verloren gingen. «Die Resultate waren zuletzt nicht der Hammer, aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass ich in meinem Spiel bereits Fortschritte erzielt habe. Als junger Spieler will man immer die kurzfristigen Erfolge, doch ich finde es wichtig, dass wir einen langfristigen Plan haben», so Bernet.

«Muss meinem Körper vertrauen können»

Der Hauptfokus liegt beim Swiss-Tennis-Juwel deshalb aktuell voll auf dem Körper: «Ich will ihn auf ein gewisses Level bringen, er muss robust sein, und ich muss ihm vertrauen können, dass er der hohen Intensität bei den Profis auch standhalten kann.»

Erste kleine Erfolgsläufe hat der grosse FCB-Fan im Vorjahr schon gezeigt, als er vor seinem vielversprechenden (aber verlorenen) Erstrunden-Match an den Swiss Indoors in Basel die ITF-Turniere in Muttenz und Lausanne gewann. Nun wird er weiter durch die Future- und Challenger-Touren tingeln und versuchen, sein Ranking (aktuell ATP 501) zu verbessern. Erster Stopp nach Ostern: Madrid.

Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen