Ganz Italien trauert, nachdem die Azzurri zum dritten Mal hintereinander eine WM-Qualifikation verpasst haben. Doch abseits des Fussballplatzes herrscht Aufbruchstimmung: In vielen anderen Sportarten sind italienische Athleten derzeit so dominant wie schon lange nicht mehr.
Sinner als Gesicht der goldenen Tennis-Generation
Mit Jannik Sinner (24, ATP 2), Lorenzo Musetti (24, ATP 5), Flavio Cobolli (23, ATP 13) und Luciano Darderi (24, ATP 19) stellt Italien derzeit gleich vier Tennisspieler in den Top 20 der Weltrangliste. Zusätzlich ist man mit Jasmine Paolini (30, WTA 8) auch bei den Frauen in den Top 10 der Welt besetzt.
Unangefochtener Tennis-Held Italiens ist Sinner: Als der Südtiroler im Juni 2024 die Spitze der Weltrangliste übernahm, schrieb er Geschichte: Er wurde zum ersten italienischen Weltranglisten-Ersten im Herreneinzel seit der Einführung des ATP-Rankings. Momentan rangiert er zwar hinter Carlos Alcaraz (22, ATP 1) auf dem zweiten Platz, er ist seinem Rivalen jedoch dicht auf den Fersen. Er hat bereits vier Grand-Slam-Titel auf seinem Konto.
Erfolge im Wintersport
Das letzte für Italien sehr erfolgreiche Grossereignis ist noch nicht lange her: An den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo im Februar räumen die Einheimischen 30 Medaillen ab – so viele wie noch nie an Winterspielen. Mit Rang 4 im Medaillenspiegel egalisieren die italienischen Athletinnen und Athleten auch ihr Bestresultat aus den Jahren 1968 und 1994. Überragend dabei: Eisschnelllauf-Doppel-Olympiasiegerin Francesca Lollobrigida (35), Gold-Biathletin Lisa Vittozzi (31) und natürlich Federica Brignone (35), die zehn Monate nach ihrem schweren Sturz an den italienischen Meisterschaften zu Doppel-Gold in Super-G und Riesenslalom stürmt.
Generell machen die alpinen Skifahrerinnen und Skifahrer aus Italien in diesem Winter auf sich aufmerksam: Aufsteiger Giovanni Franzoni (25) gewinnt die prestigeträchtige Abfahrt von Kitzbühel und steht auch bei Olympia in der gleichen Disziplin auf dem Podest. Dann wäre da noch Laura Pirovano (28), die im Saisonendspurt dank drei Siegen in Folge die kleine Kristallkugel in der Abfahrt abstaubt. Am Ende des Winters ist Italien hinter der Schweiz und Österreich einmal mehr Skination Nummer drei.
Kimi Antonelli als Formel-1-Hoffnung
Kimi Antonelli ist die neue Sensation in der Formel 1. Mit gerade einmal 19 Jahren führt er derzeit die Weltmeisterschaft an und lässt ganz Italien vom ersten WM-Titel seit 1953 träumen – auch wenn der Mercedes-Pilot noch weit davon entfernt ist.
Bereits jetzt ist er – als zweifacher Grand-Prix-Gewinner – aber der erste italienische GP-Sieger seit 20 Jahren. Als Giancarlo Fisichella (53) im März 2006 den letzten Sieg für Italien einfuhr, war Antonelli noch nicht einmal auf der Welt. Zudem hält der Shootingstar nun den Rekord als jüngster WM-Leader aller Zeiten.