Darum gehts
- Djokovic sieht sich nach seinem Sieg in Peking wieder auf dem aufsteigenden Ast
- In Shanghai könnte er mit Federers 103 Titeln gleichziehen
- Auch Federers Alters- und ATP-Finals-Marken wackeln
Novak Djokovic (39, ATP 8) hat es seinen Kritikern abermals bewiesen: Er kann es noch immer. In Peking gewann der Serbe am letzten Dienstag seinen 102. ATP Titel. Er profitiert im Final von der Aufgabe seines Opponenten Alex De Minaur, der aufgrund einer linken Oberschenkelverletzung kurz nach Beginn des zweiten Satzes das Tuch schmeissen muss.
Der Sieg verleiht ihm damit nach einem Jahr mit vielen gesundheitlichen Problemen und Rückschlägen wieder Selbstbewusstsein. Er wollte es aber vor allem sich selbst beweisen: «Wenn ich mich gut fühle und den Ball gut treffe, kann ich auf höchstem Niveau mithalten.» Mit Siegen gegen Alexander Zverev, der designierten neuen Weltnummer 1, und Daniil Medwedew ist er wieder in der Top Ten der Weltrangliste.
Am Freitag startete er in Shanghai, am zweitletzte ATP-1000-Turnier des Jahres. Djokovic hatte Grosses vor – und fliegt hochkant in der 1. Runde raus. Gegen den Polen Hubert Hurkacz (29, ATP 34) verliert er 4:6, 3:6. Somit bleiben zwei Marken von Roger Federer vorerst unerreicht.
Noch ein ATP-Titel von Federer entfernt
Hätte Djokovic das Masters in Shanghai gewonnen, wäre es ATP-Titel Nummer 103 gewesen – und hätte dann gleich viele gehabt wie Roger Federer (45). Denn Allzeitrekord hält der Schweizer aber nicht: Die US-Legende Jimmy Connors (74) triumphierte in seiner Karriere bei 109 Turnieren.
Zudem wäre er mit 39 Jahren der älteste Shanghai-Champion geworden. Diesen Rekord hält nun weiterhin der Maestro mit 36 Jahren, 2 Monaten und 7 Tagen. Dennoch kann der Serbe in diesem Jahr noch drei Federer-Marken knacken.
Drei Federer-Marken wackeln an ATP Finals
Durch den Sieg in Peking hat er wieder gute Chancen auf die Qualifikation für die ATP Finals. Auf Platz neun der Jahreswertung wäre er aktuell für das Saisonfinale in Turin startberechtigt, weil die Weltnummer 1, Jannik Sinner, seine Saison frühzeitig beendet hat. Es wäre seine 19. Qualifikation – der Rekord von Federer (18) würde somit geknackt. Das frühe Aus in Shanghai könnte dieses Ziel nun aber wieder gefährden.
Qualifiziert er sich für das Jahresendturnier und tritt dann auch an, wäre es die 17. Teilnahme nach seinen verletzungsbedingten Absagen der letzten zwei Jahre. Auch das wäre eine Einstellung der aktuellen Bestmarke von Federer, die er sich mit Rafael Nadal (40) teilt.
Was an den ATP Finals ebenfalls möglich wäre: Djokovic könnte zum zehnten Mal das Endspiel erreichen, eine Bestmarke, die bis jetzt die Schweizer Legende hält. Bei den Titeln hat er Federer bereits mit 7:6 überholt.