Darum gehts
- Daniil Medwedew sorgt mit seinen Wutausbrüchen für Aufsehen
- Neben dem Platz ist der Russe nicht wiederzuerkennen
- Egal ob Kameras, Banden, Menschen oder Schläger – nichts ist vor ihm sicher
Wenn man sich ein Tennismatch von Daniil Medwedew (30, ATP 5) anschaut, kann es gut sein, dass der Russe austickt, wenn es ihm nicht so läuft. Er könnte seinen Schläger zerschmettern, über die Hitze jammern oder sich mit dem Publikum und dem Schiedsrichter anlegen. Vielleicht zeigt er aber auch ein äusserst sauberes Spiel und begeistert mit seinem tollen Tennis.
Dabei passt das Rüpel-Bild der ehemaligen Weltnummer 1 so gar nicht zur Person neben dem Platz. Dort ist Medwedew ein gefragter und beliebter Interviewpartner, der in seinen Gesprächen reflektiert, humorvoll und respektvoll Auskunft gibt. Zudem gilt er als liebevoller Familienvater zweier Kinder mit Frau Daria, die er im Alter von zwölf Jahren kennengelernt hat.
Und dennoch gibt es immer wieder Aktionen, die für viel Gesprächsstoff sorgen. Blick zeigt dir die verrücktesten Medwedew-Momente:
Münzwurf gegen die Schiedsrichterin
Der damals 21-jährige Medwedew schlägt in der ersten Wimbledon-Runde den Schweizer Stan Wawrinka, scheitert in der zweiten aber an Ruben Bemelmans. Während der Partie beschwert er sich beim Turnierdirektor über Stuhlschiedsrichterin Mariana Alves und fordert deren Austausch. Der Wunsch wird abgelehnt. Nach seiner Niederlage geht Medwedew zur Spielerbank, holt sein Portemonnaie und wirft Kleingeld vor den Schiedsrichterstuhl.
Strafe: 14'500 Dollar
Der arme Kameramann
Medwedew rennt beim Halbfinal-Match in Cincinnati gegen Andrej Rublew in den Kameramann. Daraufhin wird er sauer und verpasst der Kamera einen Tritt. Mehrfach wiederholt er sich: «Ich hätte mir fast die Hand gebrochen.» «Stellt sie weg», so die Forderung.
Strafe: Keine bestätigte Geldstrafe
Fotografin am Laver Cup in Gefahr
Am Laver Cup in der Partie gegen Ben Shelton wirft der Russe seinen Schläger mit ordentlich Schwung in Richtung Bande. Dabei verfehlt er eine Fotografin nur knapp, diese kann gerade so ausweichen. Der Grund: Ein Ball von ihm landet im Tiebreak im Aus.
Strafe: Verwarnung – keine Geldstrafe.
Die unschuldige Netzkamera
Bei seinem Wutausbruch an den Australian Open muss ausnahmsweise nicht nur sein Schläger leiden. Obwohl – der auch. Diesmal erwischt es aber auch die unschuldige Netzkamera. Im Erstrundenmatch gegen den Aussenseiter Kasidit Samrej hat Medwedew Mühe. Doch die Netzkamera kann nichts dafür.
Strafe: 10'000 Dollar
Wieder ein Fotograf – diesmal ist er schuld
Matchball gegen Medwedew. Der Ball landet im Netz. Ein Fotograf läuft auf den Platz und Schiedsrichter Greg Allensworth spricht seinem Gegner daraufhin erneut einen ersten Aufschlag zu. Das bringt den Russen zum Rasen. Er fragt den Schiedsrichter, ob dieser «ein Mann» sei, und schimpft in die Kamera: «Leute, er will gehen, er wird pro Spiel bezahlt, nicht pro Stunde.» Nach dem Matchball knallt er seinen Schläger 24 Mal gegen die Bank.
Strafe: 42'000 Dollar (30'000 Dollar wegen unsportlichen Verhaltens und weitere 12'500 Dollar wegen Schlägerzerstörung)
Auch die LED-Bande bleibt nicht verschont
Erneut Cincinnati: Während seiner Drittrundenpartie haut es Medwedew zweimal den «Nuggi» raus. Übeltäter diesmal: die LED-Bande. Zweimal springt der Ball von der Wand an den Kopf des Russen. Beim ersten Mal nimmt er sein Racket und hämmert damit gegen die Bande. Beim zweiten Mal bekämpft er sie mit einem heftigen Tritt.
Strafe: unbekannt
Mega-Ausraster bei 0:6, 0:6-Pleite
Auch «normalere Ausraster» gehören zu Medwedew. In der zweiten Runde des Masters in Monte Carlo liegt der Russe mit 0:6, 0:2 zurück und ist sichtlich frustriert. Sagenhafte sieben (!) Mal schmettert er seinen Schläger zu Boden. Ohne Besserung verliert er auch die anschliessenden vier Games und scheidet mit 0:6, 0:6 gegen Matteo Berrettini aus.
Strafe: Rund 7000 Dollar
Wutausbruch und Disqualifikation in Peking
Und nicht zuletzt sorgt Medwedew am Montag im Duell gegen Djokovic gleich mit mehreren Aktionen für Aufsehen. Mitten im Spiel verspottet er den Serben und macht dessen immer wiederkehrende Bauchschmerzen nach. Zudem schmeisst er nach einem Punktverlust den Ball ins Publikum und trifft dabei einen Mann im Gesicht. Anschliessend wird Medwedew disqualifiziert und scheidet aus. Zu erwähnen: Djokovic führt zu diesem Zeitpunkt ohnehin mit 7:5, 5:3.
Strafe: Noch nicht bekannt