Er war pleite, musste wegen Insolvenzverschleppung eine Haftstrafe in zwei der gefährlichsten Gefängnisse Englands absitzen und um sein Leben fürchten. Doch seit seiner Freilassung im Dezember 2022 verläuft Boris Beckers (58) Leben in so ruhigen Bahnen wie noch nie. «Ich war – ohne Umschweife – am Ende. Lilian rettete mich, mein Leben, mein Dasein», erklärt der frühere Tennis-Star.
Dem Magazin «Interview by Ringier» sagten Becker und seine Ehefrau Lilian de Carvalho Monteiro (36) das erste grosse Gespräch über ihr gemeinsames Leben zu. Als frischgebackene Eltern der fünfeinhalbmonatigen Tochter Zoë Vittoria. Und vor allem: Als Paar, das zusammen schon durch dunkelste Zeiten marschierte.
Das Magazin INTERVIEW by Ringier erscheint zweimal pro Jahr: Aufwändige und exklusive Gespräche mit internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst, Sport und Entertainment. Ab sofort am Kiosk erhältlich.
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De Carvalho Monteiro, eine in Rom geborene, sprachgewandte Risikoanalystin, erklärt im Interview unter Tränen: «Die Lebensgeschichte von Boris und mir soll sein: Wie wir überlebt haben, diese Hetze, diese Lügen, diese öffentliche Beschämung zu überwinden. Boris ist mit beinahe unfassbarer Kraft vorangegangen.» Natürlich sei sie in jener Zeit, als Becker 2022 acht Monate und fünf Tage im Knast sass, gefragt worden, warum sie bei ihm bleibe: «Er war pleite, am Boden, aber ich bin stolz auf uns. Boris ist ein verlässlicher Mensch.»
Leute hätten ihr auch gesagt, dass Becker sich im Gefängnis verändern würde. Er könnte hinterher traumatisiert sein – und nicht mehr der starke Mann, den sie kennengelernt habe. Und das sei tatsächlich ihre grösste Sorge gewesen: «Ich hatte Angst vor dem Moment, in dem er gebrochen und voller Scham nach Hause kommt.»
«Das halte ich für ein Wunder»
Becker erklärt im Gespräch allerdings, dass er heute endlich sein «allerbestes Leben» leben dürfe: «Eigentlich kaum zu glauben.» Und seine Frau pflichtet ihm bei: «Das grösste Geschenk für mich ist, dass er das Leben immer noch liebt, dass er positiv ist, obwohl die Zeit im Gefängnis maximal hart war. Dass Boris so ist, wie er heute ist, halte ich immer noch für ein Wunder.»
Becker, der bereits letzten September im Interview mit Blick von seinem Knastalltag erzählte, sagt erneut: «Jeder Tag kann für dich lebensgefährlich sein. Es gibt jeden Tag Kämpfe im Gefängnis.» Konkret spricht er über einen Vorfall im HM Prison Wandsworth, das für seine Brutalität bekannt ist, mit gegen 2000 Insassen und 200 Wärtern. Er habe sich zwar mit der Inhaftiertengruppe, die dort das Sagen hatte, «angefreundet», trotzdem habe es eine brenzlige Situation mit einem schottischen Gefangenen gegeben, der ein kleines Messer bei sich hatte. «Die Wärter sahen das zum Glück und umzingelten ihn. Er kämpfte mit sechs Wärtern. Sein Gegner hätte auch ich sein können.»
De Carvalho Monteiro habe von dieser Episode erst im letzten Herbst erschienenen Buch («Boris Becker Inside – Gewinnen, Verlieren, Neu beginnen») erfahren. Sie sagt dem Mann zugewandt, den sie 2024 heiratete: «Du hast es mir nicht erzählt, um mich zu schonen.»
Das Paar telefonierte während der Gefängniszeit regelmässig, ausserdem besuchte sie ihn im Abstand von zwei bis drei Wochen. Becker aber gab sich in den Treffen bewusst gelassen, um seine Angehörigen nicht zusätzlich zu belasten. Das habe de Carvalho Monteiro insbesondere in der ersten Woche beruhigt: «Hätte er die Fassung verloren, wäre ich nicht in der Lage gewesen, das zu tun, was ich getan habe.»
«Zum ersten Mal kann ich jemandem vertrauen»
De Carvalho Monteiro habe versucht, ihrem Partner die bestmögliche Unterstützung zu geben. In Zusammenarbeit mit Anwälten, indem sie vor dem Prozess Beweise zu sammeln probierte – oder schlicht mit ihrer Präsenz während der Haftzeit. Becker sagt dazu: «Als ich aus dem Gefängnis kam, war offensichtlich: Zum ersten Mal kann ich nun jemandem vertrauen und mein Leben neu ordnen.»
Boris Becker (58), geboren in Leimen (D), ist bis heute der erfolgreichsten Tennisspieler, den Deutschland je gesehen hat. Mit 17 gewann er erstmals in Wimbledon – und stieg daraufhin zum Weltstar auf. Fünf weitere Grand-Slam-Siege liess der frühere Weltranglistenerste ebenso folgen wie Olympiagold im Doppel, drei ATP-Weltmeistertitel und zwei Davis-Cup-Erfolge. Becker war zweimal Europas Sportler des Jahres und wurde 2003 in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Als Trainer führte er Novak Djokovic zwischen 2013 und 2016 zu sechs Grand-Slam-Titeln. Zur Lebensgeschichte von «Bobele» gehören auch zahlreiche Boulevard-Schlagzeilen: die berühmte Besenkammeraffäre, eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung im Jahr 2002 (auf Bewährung) und eine Haftstrafe im Jahr 2022. Im vergangenen Dezember bekamen seine Frau Lilian de Carvalho Monteiro (36) eine gemeinsame Tochter namens Zoë Vittoria. Es ist das fünfte Kind mit der vierten Frau für Becker. Das Paar, das 2024 geheiratet hat, lebt im Stadtzentrum von Mailand.
Boris Becker (58), geboren in Leimen (D), ist bis heute der erfolgreichsten Tennisspieler, den Deutschland je gesehen hat. Mit 17 gewann er erstmals in Wimbledon – und stieg daraufhin zum Weltstar auf. Fünf weitere Grand-Slam-Siege liess der frühere Weltranglistenerste ebenso folgen wie Olympiagold im Doppel, drei ATP-Weltmeistertitel und zwei Davis-Cup-Erfolge. Becker war zweimal Europas Sportler des Jahres und wurde 2003 in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Als Trainer führte er Novak Djokovic zwischen 2013 und 2016 zu sechs Grand-Slam-Titeln. Zur Lebensgeschichte von «Bobele» gehören auch zahlreiche Boulevard-Schlagzeilen: die berühmte Besenkammeraffäre, eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung im Jahr 2002 (auf Bewährung) und eine Haftstrafe im Jahr 2022. Im vergangenen Dezember bekamen seine Frau Lilian de Carvalho Monteiro (36) eine gemeinsame Tochter namens Zoë Vittoria. Es ist das fünfte Kind mit der vierten Frau für Becker. Das Paar, das 2024 geheiratet hat, lebt im Stadtzentrum von Mailand.
Becker, der nach dem ersten Kennenlernen 2018 lange um de Carvalho Monteiro kämpfte, hat seine Frau mehrfach beeindruckt: Einerseits «mit dem Durchhaltevermögen» während der Strafverfolgung. Und andererseits, weil er ihr eines Tages auf die Frage «Wie geht es dir?» eine ehrliche Antwort gab. Er erklärte: «Ich war insolvent. Mir drohte ein Strafverfahren. Meine Frau hatte mich verlassen. Ich hatte gesundheitliche Probleme. Ich dachte, schlimmer kann es nicht werden.»
Und so öffnete sich bei de Carvalho Monteiro, die zuvor die Tennis-Berühmtheit nicht richtig einschätzen konnte, die Türe ein Spalt weit. Es war der Beginn einer Beziehung, die später selbst einer riesigen Belastung, wie es ein Gefängnisaufenthalt darstellt, standhalten sollte.