Darum gehts
- Aryna Sabalenka denkt nach French-Open-Aus über Tennis-Rücktritt nach
- Belarussin verliert zehn Games in Folge ab Mitte des zweiten Satzes
- Weltnummer 1 fiel in ein «sehr, sehr dunkles Loch» und kritisiert Organisatoren
Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka hat nach ihrem überraschenden Viertelfinal-Aus bei den French Open für Aufsehen gesorgt. In einer emotionalen Pressekonferenz sprach die 28-jährige Belarussin über ihren Zustand nach der bitteren Niederlage gegen die Russin Diana Shnaider (3:6, 7:5, 6:0) und äusserte sogar Gedanken an einen Rücktritt: «Ich habe keine Gedanken, keine Emotionen. Ich möchte am liebsten sofort mit Tennis aufhören.»
Sabalenka erklärte, dass sie im zweiten Satz – sie führte 4:1 und 5:3 – Chancen hatte, das Match zu beenden, diese aber ungenutzt liess: «Ich hatte gute Möglichkeiten, aber ich habe es vermasselt. Danach hat sie das Tempo erhöht und aggressiv gespielt. Mental konnte ich mich nicht mehr erholen, das war heute mein grösster Fehler.» Besonders schockierend: Die Spielerin verlor nach dem zweiten Satz zehn Games in Folge und sprach von einem «sehr, sehr dunklen Loch», aus dem sie nicht mehr herausfand.
Auch die Bedingungen auf dem Platz kritisierte sie. Der starke Wind habe die Partie erschwert, und Sabalenka zeigte Unverständnis darüber, dass der Veranstalter den Platz nicht abdeckte: «Ich weiss nicht, warum sie das Dach nicht geschlossen haben, obwohl der Wind so stark wehte. Vielleicht lag es aber auch einfach an mir», sagte sie. Die Belarussin betonte zudem, dass ihre Gegnerin «einfach besser» gespielt habe.
«In einen Raum gehen und alles kaputt schlagen»
Die zweifache Grand-Slam-Siegerin, die noch keinen Titel auf Sand oder Rasen gewonnen hat, erklärte, dass sie oft zu emotional reagiere: «Ich denke vielleicht zu viel darüber nach, dass ich noch keinen Grand Slam auf Sand oder Rasen geholt habe. Das setzt mich unter Druck. Ich bin müde davon, Matches zu verlieren, weil mich meine Emotionen überwältigen.»
Trotz aller Enttäuschung zeigte Sabalenka ihren bekannten Humor. Auf die Frage, wie sie mit der Niederlage umgehen möchte, antwortete sie: «Ich habe keine Ahnung, was ich in den nächsten Tagen tun werde … Vielleicht gehe ich in einen dieser Räume, in denen man alles kaputt schlagen kann. Vielleicht hilft es – oder auch nicht.»
Dieser Artikel ist zuerst auf «sportal.blic.rs» erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.