Überraschungsfrau Maja Chwalinska (24, WTA 114) ist an den French Open weiter nicht aufzuhalten. Die Polin gewinnt auch den Viertelfinal gegen Anna Kalinskaja (27, WTA 24) mit 7:6, 6:3. Damit zieht sie als erst dritte Qualifikantin überhaupt in den Halbfinal von Roland Garros ein.
Dabei profitiert Chwalinska vor allem von ihren starken Return-Games. Gleich sieben Mal nimmt sie ihrer Gegnerin den Aufschlag ab. Während Kalinskaja nach dem Doppel-Break der Polin im ersten Satz nochmals herankommt und erst im Tiebreak verliert, lässt Chwalinska nach einem erneuten frühen Doppel-Break im zweiten Durchgang keine Zweifel mehr aufkommen.
«Ehrlich gesagt weiss ich nicht, was gerade passiert. Jedes einzelne Spiel hier ist irgendwie verrückt für mich. Ich bin sehr dankbar», so die Polin, die auf der WTA Tour bis zum Start der French Open erst zwei Matches auf Sand gewinnen konnte, im Anschluss.
Top-Favoritin Sabalenka scheidet deutlich aus
Damit haben nur die wenigsten gerechnet: Top-Favoritin Aryna Sabalenka (28, WTA 1) verabschiedet sich krachend im Viertelfinal der French Open. Sie unterliegt der Russin Diana Shnaider (22, WTA 23) nach drei Sätzen (6:3, 5:7 und 0:6).
Dabei deutete anfangs alles auf einen standesgemässen Sieg der Weltnummer eins hin. Sabalenka sichert sich den ersten Satz mit 6:3, führt im zweiten bereits mit 4:1 und schlägt beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Doch mit dem Break ihrer Kontrahentin zum 5:5 reisst der Faden völlig: Die Weissrussin verliert komplett die Kontrolle und muss den Satz mit 5:7 abgeben.
Im Entscheidungssatz folgt für Sabalenka dann der absolute Albtraum: Bei der 28-Jährigen läuft überhaupt nichts mehr zusammen. Nach nur 33 Minuten geht der dritte Satz mit der Höchststrafe von 0:6 verloren. Sabalenka agiert im dritten Durchgang häufig fehlerhaft und scheint völlig von der Rolle zu sein – was die Leistung ihrer Gegnerin jedoch nicht schmälern soll. Shnaider beweist nach dem Rückstand im zweiten Satz enorme Moral, spielt im Schlusssatz furios auf und zieht völlig verdient in den Halbfinal ein. Dort wartet nun die sensationelle Qualifikantin Maja Chwalinska (24, WTA 114).