Darum gehts
- Alexander Zverev beendet die Saison als Weltnummer eins
- Carlos Alcaraz kann ihn nach dem Aus in Shanghai nicht einholen
- Er ist erster deutscher Jahresbester und ältester Nr.-1-Debütant
Schon lange hat Alexander Zverev (29) auf diesen Moment hingearbeitet, nun ist sein grosser Traum bald Realität: Der Hamburger wird das Tennis-Jahr erstmals als Nummer eins der Welt beenden. Der jetzige Weltranglistenerste Jannik Sinner (25) hat letzte Woche sein verletzungsbedingtes Saisonende bekannt gegeben, wonach die Nummer eins bereits durch dessen Punkteverlust für den Deutschen wahrscheinlich war.
Den entscheidenden Impuls für den Sprung an die Spitze lieferte das überraschende Drittrunden-Aus von Carlos Alcaraz (23), der einzige verbleibende Konkurrent von Zverev. Der Spanier unterlag beim Master-Turnier in Shanghai dem stark aufspielenden Belgier Zizou Bergs (27) überraschend mit 5:7, 6:7 (4:7). Durch diese Niederlage ist Alcaraz im Rennen um die Krone der Jahreswertung vorzeitig geschlagen und kann Zverev nicht mehr einholen.
Somit ist die Frage nach der Nummer eins nur eine der Zeit. Zverev könnte mit Siegen in Shanghai und Wien schon im November an die Spitze kommen. Spätestens aber Ende Jahr überholt er Sinner, der beim Masters-Turnier in Paris und den ATP-Finals Turin als Titelverteidiger 2500 Punkte verlieren wird.
Dies heisst dann für Zverev neben der Spitzenposition, die 30. seit der Einführung der ATP-Liste, auch das Einstellen von zwei Rekorden.
Erste deutsche Nummer eins seit Becker
Zverev ist damit erst der zweite deutsche Männer-Tennisprofi, der die Spitze der Weltrangliste erreicht. Vor ihm hatte dies nur Boris Becker geschafft, der 1991 die Spitzenposition für insgesamt zwölf Wochen innehatte. Bei den Frauen war Steffi Graf insgesamt 377 Wochen auf der eins. Zverev sorgt nun jedoch für ein Herren-Novum: Er wird das Jahr als erster Deutscher der Tennisgeschichte als Nummer eins beenden.
Älteste Endjahres-Premiere auf der Tour
Zudem fällt auch ein Rekord von Andre Agassi. Am 23. November, dem Tag, an dem die ATP ihre Jahresendwertung veröffentlicht, wird Zverev 29 Jahre und 217 Tage alt sein. Er ist damit der älteste Spieler der Tennis-Geschichte bei seinem Debüt als Nummer eins zum Saisonende – drei Tage älter als Agassi 1999 und 20 Tage älter als Andy Murray 2016 bei ihren jeweiligen Premieren an der Spitze der Jahresendrangliste.
Zverev blickt der restlichen Saison wie den ATP Finals in Turin positiv entgegen. «Es war eine fantastische Saison für mich mit den Siegen in Paris und New York. Zu wissen, dass ich das Jahr an der Spitze der Weltrangliste beenden werde, ist ein wahr gewordener Traum», sagt er.