«Holdener und Rast wollen ihr eigenes Süppchen kochen»
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Differenzen im Slalom-Team:«Holdener und Rast wollen ihr eigenes Süppchen kochen»

Ski-Star darf sich keinen Fehlgriff leisten
Hat Holdener ihren neuen Trainer gefunden?

Wendy Holdener braucht einen neuen Trainer – und Christian «Chrigel» Brill ist der Topfavorit. Nach einem starken Slalom-Auftritt in Are deutet vieles auf eine Zusammenarbeit hin. Die Entscheidung könnte bald fallen.
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Eine Erlösung nach dem Frust bei Olympia: Wendy Holdener fährt im Slalom von Are aufs Podest. Rang 3.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wendy Holdener sucht einen neuen Trainer, Entscheidung bis Ende März
  • Christian Brill, Ex-Konditionstrainer, gilt gemäss Blick-Infos als Favorit für den Posten
  • Holdener holt in Are ihren zweiten Podestplatz im Winter 2026
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Mathias GermannReporter Sport

Die Suche läuft – nicht auf Sparflamme, sondern auf Hochtouren. Wendy Holdener (32) braucht einen neuen Trainer. Schon nächste oder übernächste Woche könnte die Entscheidung fallen.

Noch ist nichts entschieden. Doch nach Blick-Informationen deutet vieles auf Christian «Chrigel» Brill (49) hin. Der Berner Oberländer war früher selbst Skifahrer, machte eine Schreinerlehre und liess sich kurz danach zum Trainer ausbilden. Seit Jahren arbeitet er bei Swiss-Ski. Er kennt Holdener genau: einst ihr Konditionstrainer, immer wieder auch ihr technischer Betreuer – allerdings nie als Chef.

Fast alles spricht für Brill. Als ob es noch ein Argument gebraucht hätte, liefert er beim Slalom in Are (Sd) ein weiteres starkes Bewerbungsschreiben. Der Hintergrund: Holdener fährt im zweiten Lauf von Rang vier auf drei. Es ist ihr zweiter Podestplatz in diesem Winter. Den Lauf setzte Brill – und zwar genau nach ihrem Geschmack: mit Rhythmuswechseln, wechselnden Tordistanzen, ohne heikle Passagen. «Ich war sauber in den Spuren und erwischte die Schlüsselstellen gut», freut sich Holdener bei SRF.

Rast wollte es zu schön machen

Für Camille Rast (26), nominell die beste Schweizer Slalomfahrerin, passt der Lauf weniger gut. Doch Brill macht sich mit seiner Kurssetzung nicht angreifbar. Rast liegt zur Halbzeit nur auf Rang neun. Es ist legitim, dass er stärker auf Holdeners Stärken setzt. Rast – auch sie sucht einen neuen Trainer – wird Zehnte. «Ich wollte zu schön fahren und habe den Schlüssel für diese Piste nicht gefunden», sagt die Walliserin. 

Als Holdener ins Ziel kommt, leuchtet dagegen Grün auf. Bestzeit. Brill ballt die rechte Faust. Holdener jubelt und heizt dem schwedischen Publikum ein. «Dieser Podestplatz bedeutet mir viel. Ich wusste, dass ich schnell fahren muss. Katharina, Emma und Mikaela mögen solche Salzpisten ebenfalls.»

Shiffrin hat 9 von 10 Slaloms gewonnen

Mit Katharina meint sie die Österreicherin Katharina Truppe (30), die hinter ihr auf Rang vier zurückfällt. Emma ist die Deutsche Emma Aicher (22), die ihren zweiten Platz verteidigt. Und Mikaela? Natürlich Shiffrin (30, USA). Sie feiert ihren 109. Weltcupsieg.

Bemerkenswert: In diesem Winter gewann Shiffrin neun von zehn Rennen – inklusive Olympia. Nur einmal wurde sie Zweite. «Dabei war ich heute den ganzen Tag müde», sagt sie. «Nach dem ersten Lauf habe ich 15 Minuten geschlafen, nach der Besichtigung des zweiten noch einmal 20.»

Einen erneuten Fehlgriff kann sich Holdener nicht leisten

Zurück zu Holdener. Die grosse Olympia-Enttäuschung – Rang vier im Slalom – hat sie verdaut. «Heute Morgen fühlte ich mich nicht gut. Es war streng – etwas Persönliches», sagt sie später. Auf der Piste ist davon nichts zu sehen. «Nach Cortina hatte ich zehn Tage lang kaum Lust auf Skifahren. Aber die Trainer haben einen super Job gemacht. Die Freude und die Energie sind zurück.»

Und die Zukunft? Zuerst kommt noch das Weltcupfinale. Danach vielleicht das Duo Holdener/Brill. Eines ist klar: Auf den letzten Metern ihrer Karriere können sich weder Holdener noch Swiss-Ski einen Fehlgriff leisten. Das zeigte der Winter 2020/21, als Klaus Mayrhofer nach wenigen Monaten gehen musste. Die Chemie stimmte nicht.

Mit Brill wäre das Risiko gleich Null. Er kennt Holdener – und sie kennt ihn. Besser könnte es kaum sein.

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