Für die nächsten Monate bleibt ihre Skiausrüstung im Schrank. Nach der intensiven Saison geniessen es die Geschwister Loïc und Mélanie Meillard, wieder ein sommerliches Tenü tragen zu können. Beide wohnen im Unterwalliser Bergdorf Hérémence. Vor kurzem hat ihnen ihre Wohngemeinde einen feierlichen Empfang bereitet. Loïc Meillard hat eine überaus erfolgreiche Saison hinter sich und kehrte von den olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina (It) mit drei Medaillen, eine in jeder Farbe, zurück. Seine Schwester Mélanie ist nach einer durchzogenen Weltcup-Saison an Olympia über sich hinausgewachsen: Im Slalom wurde sie 7. und hat damit ein olympisches Diplom erreicht.
Mit Hérémence sind die Geschwister eng verbunden. Als Kinder pendelten sie mit ihren Eltern zunächst regelmässig zwischen ihrem Wohnort Bôle NE oberhalb des Neuenburgersees und der Ferienwohnung im Wallis unweit der Staumauer Grande-Dixence. «Dass wir beide Skifahrer geworden sind, haben wir unseren Eltern zu verdanken», sagt Mélanie Meillard.
Jacques und Carine Meillard hatten schon als Zwanzigjährige in Hérémence als Skilehrer gearbeitet. Jacques Meillard liebt zudem das Tempo und wurde unter anderem Schweizer Meister im Geschwindigkeitsskifahren. Tochter Mélanie habe aber nie Druck empfunden, den Eltern nacheifern zu müssen: «Am Anfang ging es vor allem darum, Spass zu haben.» Als ihr Bruder dem lokalen Skiclub beitrat, habe sie es cool gefunden, dass er jeden Morgen Skifahren gehen konnte, sodass sie ihm bald in den Club folgte. Auch Loïc Meillard sagt: «Unsere Eltern haben uns immer frei wählen lassen. Hätte uns das Skifahren keinen Spass gemacht, hätten wir etwas anderes machen können.»
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Aber das Gegenteil war der Fall: Die Geschwister zeigten Talent und Ehrgeiz. Als Loïc zwölf und Mélanie zehn Jahre alt war, machte die Familie Nägel mit Köpfen und zog nach Hérémence. Die Karrieren nahmen ihren Lauf, und schon als Jugendliche waren beide erfolgreich: An Junioren-Weltmeisterschaften heimste Loïc fünf Medaillen ein, darunter drei goldene, Mélanie eine bronzene. Zudem gewann sie je einmal Gold und Silber an den olympischen Jugend-Winterspielen.
«Gelegentlich provoziert»
Wie heute hätten sie schon als Kinder ein gutes Verhältnis gehabt, bekräftigen sowohl Mélanie als auch Loïc Meillard. «Dass wir uns tagelang gestritten hätten, ist nie vorgekommen», sagt er. «Als grosser Bruder hat er mich schon gelegentlich provoziert, aber nie so, dass ich es als schlimm empfunden hätte», erwidert Mélanie.
Die wichtigsten Werte, die ihre Eltern ihnen mit auf den Weg gegeben haben, beschreibt Mélanie Meillard so: «Dass wir unseren Weg machen, immer positiv eingestellt sind und Spass haben an dem, was wir tun.» Ihr Bruder ergänzt: «Sie haben uns auch vermittelt, dass man hart arbeiten muss, denn von nichts kommt nichts. Und dass man immer bemüht ist, bei Problemen eine Lösung zu finden.» Es sei den Eltern aber auch wichtig gewesen, dass die Kinder respektvoll und höflich mit anderen umgingen.
Beide Geschwister entschieden sich trotz Ski-Ambitionen dazu, eine Berufslehre zu machen: Mélanie wurde Detailhandelsfachfrau, Loïc Bankkaufmann. «Auch hier haben uns unsere Eltern die Wahl gelassen», sagt er. Nach ihrem Abschluss setzten beide voll auf die Karte Sport.
Mélanie fragt eher nach Tipps
Auch wenn im Skisport die Frauen und Männer getrennte Trainings- und Rennkalender haben, gibt es Überschneidungspunkte, zum Beispiel die Grossanlässe wie die WM oder die Olympischen Spiele. «Dass Mélanie auch im Skizirkus ist, empfinde ich als grosses Glück», meint Loïc Meillard. Denn manche Emotionen und Momente könne nur jemand verstehen, der selbst dabei sei. «Dass wir das zusammen teilen können, ist richtig schön.»
«Ich verpasse kaum je einen Lauf, wenn Loïc fährt», erzählt Mélanie Meillard. Beim Weltcup-Finale in Norwegen sass sie ohne ihr Telefon auf dem Sessellift, da habe sie ihren Trainer um dessen Smartphone gebeten, um Loïcs Lauf zu sehen: «Das Gefühl, das uns verbindet, kann ich nicht wirklich erklären.»
Loïc Meillard sagt: «Angst habe ich nicht, wenn Mélanie fährt, aber ich empfinde Stress. Denn ich möchte ihr helfen, kann es aber nicht.» Ganz besonders litt er bei ihrer schweren Knieverletzung an den olympischen Spielen von Südkorea 2018 mit, wegen der sie über eine ganze Saison ausgefallen war. Sie wiederum fühlte mit, als es ihm zu Beginn der letzten Saison längere Zeit nicht lief wie gewünscht. Doch auch schöne Momente konnten sie miteinander teilen: Mélanies erstes gutes Rennen nach der Verletzungspause oder Loïcs Medaillenregen an den letzten Grossanlässen.
Die beiden schreiben sich häufig Textnachrichten: vor oder nach einem Rennen oder auch zwischen den Läufen. Es sei eher Mélanie, die Loïc nach Ski-technischen Tipps frage als umgekehrt. Aber beiden sei der Austausch wichtig. Zum Beispiel fragten sie sich: «Was hast du richtig, was falsch gemacht? Woran hast du beim Fahren gedacht? Welche Ziele hast du dir gesetzt?»
Vaterschaftsurlaub steht an
Im Sommer gibt es in der Familie Meillard Zuwachs: Vor wenigen Wochen haben Loïc Meillard und Zoé Chastan (33), die als Kommunikationsverantwortliche beim Männerteam von Swiss Ski arbeitet, geheiratet. Bald werden sie erstmals Eltern. «Ich freue mich sehr auf diese neue Facette des Lebens», sagt der werdende Papa. «Auf meine neue Aufgabe habe ich mich schon ein bisschen vorbereitet, aber im Sport habe ich gelernt, flexibel zu bleiben», fügt er schmunzelnd an. Vermutlich müsse man das Elternsein genau so regeln: etwas ausprobieren, und wenn man merkt, dass es nicht das Richtige ist, es beim nächsten Mal anders machen.
Ob er als Vater eher streng oder locker wird, kann Meillard nicht im Voraus sagen. Er wolle seinem Kind aber dieselben Werte vermitteln, die ihm schon seine Eltern mitgegeben hätten. Weiter wolle er präsent sein und es immer unterstützen, es aber auch seine eigenen Erfahrungen machen lassen.
Anouk und Zoé Vergé-Dépré
Seit 2025 bilden die Bernerinnen Anouk (34) und Zoé Vergé-Dépré (28) ein schlagkräftiges Beachvolleyball-Duo. Die Töchter einer Schweizerin und eines Guadeloupers starteten beide mit Volleyball und lancierten ihre Karrieren mit anderen Partnerinnen: Anouk wurde 2020 mit Joana Heidrich Europameisterin und gewann 2021 Olympia-Bronze. Zoé wurde 2024 mit Esmée Böbner EM-Dritte und Olympia-Fünfte.
Marc, Michelle und Dominique Gisin
Drei Geschwister – drei Skikarrieren: Die Olympiasiegerinnen Dominique (40) und Michelle (32) sowie ihr Bruder Marc Gisin (37) aus Engelberg OW haben alle auf die Karte Skisport gesetzt. Was die drei leider auch verbindet, sind schwere Verletzungen. Michelle Gisin, die einzige noch aktive Fahrerin der Familie, stürzte im Dezember schwer und ist nach mehreren Operationen im Aufbautraining.
Hakan und Murat Yakin
Die Brüder Murat (51) und Hakan Yakin (49) sind in Muttenz BL in einer Grossfamilie aufgewachsen. In ihrer Karriere haben sie zahlreiche gemeinsame Stationen durchlaufen, sowohl als aktive Fussballer als auch im Trainerstab. In der Schweizer Nati, die heute von Murat Yakin trainiert wird, haben sie 27 Länderspiele zusammen bestritten. Beide Brüder leben mit ihren Familien im Zürcher Limmattal. Murat ist zweifacher Vater, Hakan hat sechs Kinder.
Anouk und Zoé Vergé-Dépré
Seit 2025 bilden die Bernerinnen Anouk (34) und Zoé Vergé-Dépré (28) ein schlagkräftiges Beachvolleyball-Duo. Die Töchter einer Schweizerin und eines Guadeloupers starteten beide mit Volleyball und lancierten ihre Karrieren mit anderen Partnerinnen: Anouk wurde 2020 mit Joana Heidrich Europameisterin und gewann 2021 Olympia-Bronze. Zoé wurde 2024 mit Esmée Böbner EM-Dritte und Olympia-Fünfte.
Marc, Michelle und Dominique Gisin
Drei Geschwister – drei Skikarrieren: Die Olympiasiegerinnen Dominique (40) und Michelle (32) sowie ihr Bruder Marc Gisin (37) aus Engelberg OW haben alle auf die Karte Skisport gesetzt. Was die drei leider auch verbindet, sind schwere Verletzungen. Michelle Gisin, die einzige noch aktive Fahrerin der Familie, stürzte im Dezember schwer und ist nach mehreren Operationen im Aufbautraining.
Hakan und Murat Yakin
Die Brüder Murat (51) und Hakan Yakin (49) sind in Muttenz BL in einer Grossfamilie aufgewachsen. In ihrer Karriere haben sie zahlreiche gemeinsame Stationen durchlaufen, sowohl als aktive Fussballer als auch im Trainerstab. In der Schweizer Nati, die heute von Murat Yakin trainiert wird, haben sie 27 Länderspiele zusammen bestritten. Beide Brüder leben mit ihren Familien im Zürcher Limmattal. Murat ist zweifacher Vater, Hakan hat sechs Kinder.
Dass er als Papa ein anderer Skifahrer wird, glaubt Loïc Meillard nicht. Vielleicht verpasse man mal ein Training, aber langsamer werde man dadurch nicht. Einzig der Fokus verschiebe sich allenfalls zum Positiven: «Wenn man an einem schlechten Tag nach Hause kommt, kriegt man sofort wieder ein Lachen im Gesicht.» So prophezeien es ihm Kollegen: «Alle sagen, dass es eine wunderschöne Zeit ist.»
«Das wird für uns alle neu»
Auch Mélanie Meillard strahlt, wenn sie auf ihre zukünftige Rolle als Tante angesprochen wird. «Ich liebe Babys und freue mich extrem darauf, dass ein kleines Kind in unsere Familie kommt. Das wird für uns alle neu.» Sie selber ist seit sieben Jahren mit dem Geschäftsführer Yoann Boand zusammen. «Ja, ich will auch Kinder haben», sagt sie. Heiraten und Kinderkriegen wolle sie aber erst nach ihrer Karriere.
Noch hat sie wie ihr Bruder die Karriere voll im Blick. Beide haben noch viele sportliche Ziele. Einen besonderen Fokus legen die Geschwister auf die Heim-WM vom nächsten Jahr in Crans-Montana VS. Ferien werden beide noch machen, für Loïc steht der Vaterschaftsurlaub an. Dick in der Agenda steht bei beiden das Konditionstraining. Denn Loïc Meillard sagt: «Der Sommer ist schnell vorbei.»