Darum gehts
- Urs Lehmann ist als FIS-CEO zurückgetreten
- Das Verhältnis zwischen Urs Lehmann und Johan Eliasch ist seit Jahren ein Auf und Ab
- Lehmann könnte trotzdem schon bald wieder FIS-CEO werden
April 2020
Urs Lehmann greift nach dem höchsten Amt im Schneesport. Der damalige Swiss-Ski-Präsident kündigt offiziell seine Kandidatur für die Nachfolge des damaligen FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper an. Die Schweiz soll die Macht im Weltverband behalten. Lehmann spricht von einer «Ehre» und einer «Verpflichtung». Noch ahnt er nicht, wer ihm den Weg versperren wird.
Juni 2021
Die Niederlage sitzt tief. Überraschend wird nicht Lehmann neuer FIS-Präsident, sondern der schwedisch-britische Unternehmer Johan Eliasch. Für den Aargauer ist es eine schmerzhafte Schlappe. Als Eliasch seine Kandidatur öffentlich machte, war sich Lehmann gegenüber Blick noch sicher, dass dieser «keine Chance» hat.
2021 bis 2024
Es folgen Jahre voller Spannungen zwischen den beiden Ski-Bossen. Besonders bei den Medien- und Vermarktungsrechten geraten Swiss-Ski-Präsident Lehmann und FIS-Boss Eliasch immer wieder aneinander. Beide wollen den Schneesport modernisieren, unterscheiden sich aber fundamental beim Weg dorthin. Im Skizirkus gelten die beiden längst als Streithähne. Die Diskussionen werden teilweise öffentlich ausgetragen.
August 2025
Plötzlich die Kehrtwende. Die FIS verkündet, dass ausgerechnet Urs Lehmann neuer CEO wird. Aus dem einstigen Rivalen wird der wichtigste operative Mann des Weltverbandes. Die «NZZ» spricht von einer «überraschenden Ski-Hochzeit mitten im Sommer». Auch für Lehmann kommt die Anfrage überraschend. Er spricht im Nachhinein von einem Akt der Einsicht seitens Eliasch und betont, er habe «einen neuen Menschen kennengelernt». Nach intensiven Gesprächen seien Vertrauen und gegenseitiger Respekt entstanden.
Dezember 2025
Noch klingt alles nach Harmonie. Gegenüber Blick bezeichnet Lehmann Eliasch als «superschlauen Visionär». Er lobt dessen Ideenreichtum und erklärt, der Präsident habe erkannt, dass realistische Umsetzung genauso wichtig sei wie grosse Visionen. Die beiden telefonieren mehrmals täglich.
Frühling 2026
Hinter den Kulissen beginnt es erneut zu rumoren. Während Eliasch im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen von einer stabilen finanziellen Lage spricht, schlägt Lehmann Alarm. Nach seiner Einschätzung drohen der FIS gravierende Probleme. Intern wird über die Zukunft des Verbandes gestritten.
Juni 2026
Der Bruch zwischen den beiden Herren ist gemäss Blick-Informationen nun endgültig. Lehmann kündigt seinen Posten als FIS-CEO per sofort. Auslöser ist ein Zerwürfnis mit Eliasch. Der Schweizer soll gegenüber Swiss-Ski erklärt haben, die FIS steuere bei unverändertem Kurs bis in zwei Jahren auf massive finanzielle Schwierigkeiten zu.
Juni 2026
Nun richtet sich der Blick nach Belgrad. Dort kämpft Eliasch um seine Wiederwahl. Sein gefährlichster Herausforderer ist der Liechtensteiner Alexander Ospelt. Der Rechtsanwalt wirbt mit dem Motto «Building Bridges» und verspricht mehr Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Athleten und Veranstaltern.
Sollte Eliasch, der für die erneute Kandidatur extra Georgier wurde, die Wahl gegen Ospelt verlieren, gilt eine Rückkehr von Urs Lehmann als CEO als realistisches Szenario.