D'Antonio bezahlt bei Weltcup-Debüt Lehrgeld
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Talent von Piste abgeworfen:D'Antonio bezahlt bei Weltcup-Debüt Lehrgeld

Italien geht mit Ski-Supertalent Giada d’Antonio (16) einen ungewöhnlichen Weg
«Wenn sie nur Party macht, ist dieser Weg schnell zu Ende»

Ski-Supertalent Giada D’Antonio gibt mit 16 Jahren in Semmering ihr Weltcup-Debüt. Die Italienerin begeistert, doch Zweifel bleiben: Wird sie für Kolumbien starten? Der italienische Verband zeigt sich zuversichtlich.
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Giada D'Antonio zeigt auf Instagram viel von ihrem Privatleben. Sie stammt aus Neapel und gilt als eines der grössten Ski-Talente überhaupt. Sie ist 16 Jahre alt.
Foto: Instagram

Darum gehts

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Mathias GermannReporter Sport

Die Angst in Ski-Italien ist gross. Die Hoffnung aber auch. Beides hängt mit Ski-Supertalent Giada D’Antonio zusammen.

Die 16-Jährige gab am Semmering (Ö) ihr Weltcup-Debüt – ohne dass sie jemals zuvor im Europacup gestartet war. Punkte holte die Tochter eines italienischen Zahnarztes und einer Kolumbianerin nicht. Wie viele andere schied D'Antonio aus und verpasste die Punkte. Dennoch kennt der Hype um D’Antonio kaum Grenzen. «Schwarzer Panther» oder «Ski-Shakira» wird sie genannt, ihre Instagram-Followerzahl explodiert.

Eine Befürchtung bleibt. «Fährt Supertalent bald für Kolumbien im Weltcup?», fragte die «Kronen Zeitung». Die Verbindung mit Lara Colturi (18), die Italien den Rücken kehrte und für Albanien brilliert, ist schnell gemacht.

Das ist der Unterschied zu Colturi

Doch die Fälle sind anders. Colturi entschied sich mit 15 für den Nationenwechsel. Eine Zustimmung des italienischen Ski-Verbands FISI brauchte sie nicht. Ganz im Gegensatz zu D’Antonio, die bereits 16 ist – die Regularien spielen Italien in die Karten. Doch Frauen-Teamchef Gianluca Rulfi hat auch so keine Sorgen. «Laras Vater und Mutter waren Ski-Trainer. Sie organisierten schon immer ihre Karriere, das Know-how war von Anfang an da.»

Die FISI ist bereit, in Giada zu investieren. Und in Anna Trocker (17, It) – sie verpasste beim Weltcup-Debüt im Riesenslalom nur knapp den zweiten Lauf. «Wir haben professionelle Strukturen und Betreuer. Gleichzeitig gibt es Leitplanken, in denen sich man bewegen muss. Das ist bei einem Privatteam anders. Wir sind überzeugt, dass wir Giada und Anna das Bestmögliche bieten, ohne Druck zu machen.»

Das ist das italienische Ski-Wunderkind (16)
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«Das hier ist professionell»

Aber ist es sinnvoll, zwei Athletinnen so früh ins Haifischbecken Weltcup zu werfen? Rulfi findet ja. «Wir haben Platz im Team und das ist eine gute Periode. Vielleicht sind sie in Kranjska Gora auch dabei. Wir versuchen es, analysieren alles und entscheiden dann.»

Man ahnt: Rulfi will sehen, ob eine Fahrerin wie D’Antonio bereit ist, künftig alles dem Skisport unterzuordnen. «Jugendrennen sind anders. Das hier ist professionell. Da musst du dich ändern.» Er hält den Ball trotz aller Vorschusslorbeeren flach. «Wenn sie nach Neapel zurückkehrt, nur Party macht und denkt, sie sei schon ein Star, ist der Weg schnell zu Ende.»

Italien wartet seit 15 Jahren auf Slalom-Podestplatz

Den letzten Podestplatz im Slalom holte Italien vor 15 Jahren. Und im Riesenslalom wäre man froh um frisches Blut. Die Karrieren von Stars wie Federica Brignone (35) und Marta Bassino (29) dauern nicht ewig – beide sind derzeit verletzt. Umso mehr hofft man, dass D’Antonio und Trocker durchstarten.

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