«Ich sah nicht genau, wo ich bin»
Flaggen-Ärger bei Corinne Suter auf Mini-Abfahrt

Kritik am Passo San Pellegrino: Die «Volata»-Piste enttäuscht mit wenig Herausforderung. Corinne Suter rutscht auf Rang 8, während Laura Pirovano ihren ersten Weltcupsieg feierte – nach 124 Rennen.
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Der entscheidende Moment. Hier verliert Corinne Suter in Val di Fassa die Abfahrt. Weil sie von der nicht richtig montierten Torflagge irritiert war?
Foto: Screenshot SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Corinne Suter fährt bei Weltcup-Abfahrt am Passo San Pellegrino auf Rang 8
  • Fehlende Torflagge irritiert Suter, verliert 49 Hundertstel, keine Ausrede
  • Laura Pirovano siegt erstmals nach 124 Rennen, nutzt Heimvorteil in Italien
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Mathias GermannReporter Sport

Niemand spricht es öffentlich aus. Hört man sich am Passo San Pellegrino um, tönt es aber oft gleich. «Das ist keine Abfahrt», heisst es. Und: «Drei Kurven sind ok. Der Rest aber viel zu einfach.» Da helfen auch das herrliche Panorama und die Sonne wenig.

Tatsächlich bietet die «Volata», wie die Piste in den Dolomiten heisst, eher Hausmannskost als Haute Cuisine. Die Bestzeit an diesem Freitag? 81 Sekunden – rekordverdächtig kurz. Eine Stelle, an der sich die Fahrerinnen wirklich überwinden müssen, gibt es nicht. Wirklich steil ist es auch nirgends. Die Folge? Ein Fehler ist bereits einer zu viel.

«Ich sah nicht, wo ich bin»

Das weiss auch Corinne Suter (32). Und dennoch passiert er. In einer Linkskurve schiesst sie über eine Kuppe, kommt aber nicht ans Tor heran. Auffällig: Die zuvor weggerissene Flagge hängt nur an einer Stange. Fehlte Suter ein wichtiger Orientierungspunkt? «Das war etwas blöd. Ich sah nicht genau, wo ich bin. Ich frage mich schon, warum das kein Torrichter korrigiert hat», sagt sie. Mit ihrer Meinung ist sie nicht allein.

Die Folge? Suter gerät zu tief, erwischt auch das nächste Tor nicht optimal und verliert das Rennen. Allein im vierten Sektor büsst sie 63 Hundertstel ein. «Corinne hat den Ansatz nicht getroffen. Und wenn es so eng ist, spült es dich sofort viele Plätze zurück», sagt Alpin-Direktor Hans Flatscher. Im Ziel fehlen Suter 49 Hundertstel – Rang 8. «Ich habe wegen der Torflagge nicht sechs Zehntel verloren. Das ist keine Ausrede», sagt sie. «Ich fuhr dort schlicht zu wenig gut.»

Grob im Aufwind, Sorgen bei Blanc

Spannend: Mit der vierten Sektorzeit von Stefanie Grob hätte Suter das Rennen gewonnen. Die 21-Jährige fährt im technisch schwierigsten Abschnitt die siebtbeste Zeit. «Kannst du mal bei der FIS schauen, ob ich Corinne meine Zeit dort geben kann?», sagt die Appenzellerin und lacht. Nach 27 erfolglosen Versuchen holt Grob zum dritten Mal in Serie Weltcuppunkte – erstmals in der Abfahrt. Rang 23. «Das war nicht so schlecht», sagt sie.

Vier weitere Schweizerinnen fahren in die Punkte. Doch keine schafft es in die Top 20. «Da haben wir nicht alles herausgeholt. Sie können mehr», sagt Flatscher. Besonders Malorie Blanc (Rang 25) bereitet Sorgen. Seit ihrem Super-G-Sieg Ende Januar in Crans-Montana VS fehlt der Grundspeed. «Der Erfolg dort kostete Energie. Aber ich lerne weiter», sagt sie.

Flatscher kündigt eine Analyse an: «Diese Piste müsste Malo eigentlich liegen. Doch sie verliert von oben bis unten Zeit.» Man dürfe aber nicht vergessen, dass Blanc erst 22 ist.

Flury lobt Siegerin

Ganz vorne landet eine, die zuvor in 124 Weltcuprennen nie auf dem Podest stand: Laura Pirovano (28). Die Italienerin wohnt nicht weit vom Passo San Pellegrino entfernt – und nutzt den Heimvorteil.

«Sie war schon so oft nah dran und ist ein herzensguter Mensch. Ich gönne ihr das von Herzen», sagt Jasmine Flury (Rang 21).

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