Darum gehts
- Lenz Hächler beeindruckt mit Europacup-Erfolgsserie nach Problemen mit neuem Material
- Vier Siege und 106 Punkte Vorsprung in Europacup-Gesamtwertung
- Trainer Krug fordert Weltcup-Erfolg für gute Startnummer nächste Saison
Der Blick-Reporter musste aufgrund der Berichterstattung über Lenz Hächler einige Kritik einstecken. Warum? Der Junioren-Weltmeister von 2024 ist bis zur zweiten Januarhälfte nicht richtig in Schwung gekommen, obwohl er in der Vorberichterstattung auf diesen Olympia-Winter im Blick mehrmals als «nächster Odermatt» angepriesen wurde.
Die Reaktionen danach? Entsprechend kritisch. «Ihr habt den jungen Hächler viel zu früh hochgejubelt.» Oder: «Der Lenz ist längst nicht so gut, wie Blick geschrieben hat», hiess es in den Leser-Kommentaren.
Einer aber hat den Glauben an den Zuger, der sich neben dem Riesenslalom auf die Speed-Disziplinen fokussiert, nie verloren: Swiss-Ski-Riesenslalomchef Helmut Krug. «Lenz besitzt tatsächlich das Potenzial, ein sehr guter Skirennfahrer zu werden. Aber aufgrund einer Bänderverletzung am rechten Fussgelenk ist für ihn die Saisonvorbereitung nicht gut verlaufen. Zudem musste sich Lenz nach dem Wechsel von Nordica- auf Stöckli-Ski und Salomon-Schuhe erst einmal an das neue Material gewöhnen», hält Krug fest.
Der Griff in die richtige Schuh-blade
Speziell mit den neuen Skischuhen ist Hächler nicht wunschgemäss zurechtgekommen. Deshalb hat er zu Beginn der Olympiapause ein anderes Salomon-Modell ausprobiert. Und mit diesen neuen Schuhen hat Hächler eine eindrückliche Erfolgsserie im Europacup gestartet. Vier Siege und einen zweiten Rang hat er in den vergangenen fünf Wochen in der zweiten Liga des Skirennsports herausgefahren. Damit liegt der Zentralschweizer in der Europacup-Gesamtwertung bei vier verbleibenden Rennen mit 106 Punkten Vorsprung auf den Norweger Hans Grahl-Madsen an der Spitze.
Somit ist die Chance sehr gross, dass Hächler in der kommenden Saison in sämtlichen Disziplinen in den Genuss eines Weltcup-Fixplatzes kommen wird. «Damit Lenz im kommenden Winter auch eine gute Startnummer hat, benötigt er in der laufenden Saison noch ein gutes Weltcup-Ergebnis», macht Trainer Krug klar.
Vielleicht gelingt Hächler, der im Dezember in Beaver Creek mit dem 19. Platz seine bislang einzige Top-20-Klassierung im Weltcup erkämpft hat, dieser Exploit am Samstag beim Riesenslalom in Kranjska Gora. Im Vorjahr hat sich Hächler beim Riesen-Klassiker in Slowenien als 23. souverän für den Final qualifiziert, bevor er im zweiten Durchgang ausschied.