Es gibt Argumente dafür – aber auch solche dagegen
Ist Holdeners Riesen-Verzicht richtig?

Wendy Holdener verzichtet als einzige Athletin auf den Riesenslalom. Die Schweizerin will sich auf den Slalom am Mittwoch konzentrieren und nutzt die Zeit für zusätzliches Training.
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Wendy Holdener konzentriert sich voll und ganz auf den Slalom vom Mittwoch. Den Riesenslalom am Sonntag lässt sie sausen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Wendy Holdener verzichtet am 15. Februar in Cortina auf Riesenslalom
  • Swiss-Ski meldet Fokus auf Slalom und zusätzliches Slalomtraining
  • Holdener verpasste im Winter bisher die Top 10 im Riesenslalom
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Die Meldung an diesem Kaiserwetter-Tag in Cortina kommt um 7.30 Uhr: Wendy Holdener (32) verzichtet auf den Riesenslalom. Als einzige der 76 eingeschriebenen Starterinnen. «Sie möchte sich auf den Slalom am Mittwoch fokussieren und die gewonnene Zeit heute in ein zusätzliches Slalomtraining investieren», schreibt Swiss-Ski. Alles erfolge in Absprache mit den Betreuern, heisst es. 

Spätestens nach dem ersten Riesenslalom-Lauf fragt sich manch einer: War das die richtige Entscheidung? Denn: Wenn nicht vieles täuscht, dreht der Wind während des Rennens. Vor allem von der Mitte bis ins Ziel. In den Sektoren 3 und 4 sind ausschliesslich Fahrerinnen in den Top 8, die mit Startnummer 10 oder höher ins Rennen gingen. Lena Dürr (Nummer 16) ist Halbzeit-Zweite, Sofia Goggia (Nummer 17) Halbzeit-Dritte. Holdener wäre als 18. gestartet.

Vielleicht ist Holdeners Startverzicht genau richtig. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Sie war in diesem Winter im Riesenslalom nie unter den Top 10. Während andere Energie verlieren, kann sie beim Slalom aus dem vollen Schöpfen. Sie kennt den Hang bereits vom Kombi-Slalom – da wurde sie Zweite. 

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Argumente dagegen finden sich auch. Wetter, Schnee, Ausfälle – man weiss nie, was in einem Rennen geschieht. Auch Aussenseiterinnen können profitieren. Kein Training ersetzt ein Rennen. Oder: Jeder Start nimmt etwas von der Nervosität. Zudem verändert sich der Schnee – Infos und Gefühl lassen sich mitnehmen. 

Noch keine genauere Swiss-Ski-Begründung

Dazu muss man sagen: Holdener hat keiner Schweizerin einen Startplatz weggenommen. Sie schaffte zwar die Selektionsrichtlinien von Swiss-Ski (einmal Top 7 oder zweimal Top 15) im Riesenslalom nicht, zählt aber im Slalom zur Weltspitze. Sie wäre also so oder so in Cortina dabei gewesen. Gleichzeitig hat Swiss-Ski das maximale Kontingent von elf Fahrerinnen aufgebraucht. 

Eine Anfrage von Blick für eine genauere Begründung von Holdeners Riesen-Verzicht ist hängig. Letztlich wird sich wohl erst nach dem Slalom zeigen, ob die Entscheidung der Schwyzerin genau richtig war – oder eben nicht.

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