«Ein Wahnsinniger»
Ski-Nadal ist für Rast Gold wert

Camille Rast ist in Topform! Sieben Podestplätze in acht Rennen verdankt das Ski-Ass auch Servicemann Simon Vicenzi. Der 24-jährige Perfektionist sorgt für das perfekte Material.
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Sie fährt super und hat perfekt abgestimmtes Material an den Füssen: Camille Rast. Dabei vertraut sie einem 24-jährigen Südtiroler.
Foto: IMAGO/NurPhoto

Darum gehts

  • Camille Rast begeistert mit neuem Servicemann Simon Vicenzi, einem Perfektionisten
  • Vicenzi prüft Skikanten nach jedem Lauf, beeindruckt mit Hingabe und Detailtreue
  • Rast gewann zweimal, sieben Podestplätze in 14 Rennen der Saison 2026
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Erinnern Sie sich an Rafael Nadal (39, Sp) und seine Trinkflaschen? Der Tennis-Gigant stellte seine Trinkflaschen millimetergenau auf: zwei Stück, eine kalt, eine warm, diagonal, Etiketten exakt ausgerichtet. Für manche verrückt, für andere konsequent. Genau diese Konsequenz findet sich nun im Ski-Zirkus wieder.

«Auch bei Simon muss alles genau stimmen. Nicht ab und zu, sondern immer. Bis ins letzte Detail», sagt Denis Wicki. Wen der Erfolgstrainer von Ski-Ass Camille Rast (26) meint? Simon Vicenzi. Der Oltner ist Rasts neuer Servicemann. Sie schwärmt: «Ich bin mega zufrieden mit ihm. Er hat so eine Leidenschaft für den Sport, arbeitet so – zuerst auf der Piste, dann kommen viele Stunden im Skikeller dazu. Simon ist ein Perfektionist. Das passt zu mir.»

Die Bilanz spricht für sich: 14 Rennen, sieben Podestplätze, zwei Siege. So gut war Rast noch nie. Vicenzi trägt seinen Teil dazu bei. Nach einer Saison mit geteiltem Pool-Servicemann wird Rast nun individuell betreut. Fehlgriffe beim Material kennt Vicenzi nicht – egal ob Wärme, Kälte, aggressiver oder eisiger Schnee.

Komplimente sind ihm unangenehm. Er lobt lieber zurück: «Camille interessiert sich fürs Material, gibt präzises Feedback. Das macht meine Arbeit leicht.» Vicenzi fuhr früher selbst Ski, «aber nicht gut», wie er sagt. Nach der Schule wurde er direkt Servicemann, arbeitete mit Kanadierinnen, in der Schweiz und führte zuletzt Stephanie Venier (32, Ö) zum WM-Titel im Super-G. Nach Veniers Rücktritt war er frei – ein Glücksfall für Rast.

Rast: «Seine Leidenschaft wiegt alles auf»

«Simon ist ein Wahnsinniger», sagt Wicki – anerkennend. «Im Training fährt er nach jedem Lauf mit den Fingern über die Kanten. Er will fühlen, was passiert ist. So etwas habe ich noch nie gesehen.» Auffällig: Vicenzi ist erst 24, jünger als seine Athletin. Im Ski-Zirkus eine Seltenheit.

Rast lächelt: «Er hat Erfahrung. Und seine Leidenschaft wiegt alles auf. Ich hoffe, dass wir weiterhin schöne Dinge erreichen können.»

Schon am Wochenende könnte sich das wieder zeigen. In Spindlermühle (Tsch) will Rast nach sieben Podestplätzen in acht Rennen nachlegen. Hier war sie in vier Rennen nie besser als 23., allerdings auch noch nie so gut in Form wie jetzt. Sicher ist: Das richtige Setup dürfte sie auch diesmal problemlos finden – dank Vicenzi.

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