Darum gehts
- Todestag von Matteo Franzoso jährt sich zum ersten Mal
- Seine Eltern erheben in einem Interview schwere Vorwürfe
- Sie verstehen nicht, wieso sich in Sachen Sicherheit nichts geändert hat
Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag, am 15. September 2025, ist Matteo Franzoso an den Folgen eines schweren Trainingssturzes gestorben. In La Parva (Chile) stürzte die italienische Speed-Hoffnung nach einem Sprung, rutschte unter einem Sicherheitsnetz durch und prallte gegen einen Windschutz.
An die Tragödie erinnert am Unglücksort ein Holzkreuz aus Stücken des beim Sturz beschädigten Zauns. Marcello und Olga Franzoso leiden noch immer unter dem Tod ihres Sohnes. Und erheben im Interview mit «La Repubblica» nun schwere Vorwürfe.
«In einem Jahr ist alles stehengeblieben, es wurde kein einziger Schritt unternommen, um die Verantwortlichkeiten für das Geschehene zu klären», klagen sie an. Und kritisieren, dass alles beim Alten geblieben ist. «Das Schweigen der Ski-Welt, in der Matteo aufgewachsen ist, bringt uns gleich zweimal um. Der Verband hat uns im Stich gelassen.» Sie seien weder kontaktiert noch einbezogen worden. Einzig Franzosos Sportgruppe sei für die Eltern dagewesen.
Auch Vorwürfe an andere Athleten
Marcello und Olga Franzoso verstehen nicht, wieso an den Sicherheitsvorschriften nichts geändert wurde. Dieser Tage werde wieder in Chile trainiert. «Die Absperrung, die Matteo getroffen hat, gibt es nicht mehr, aber die Athleten fahren immer schneller, die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht ausreichend», sagen sie.
Auch an die Athleten und Teamkollegen gibts Kritik. «Einer von ihnen ist auf der Piste, auf der sie alle trainieren, gestorben, und sie finden nicht die Kraft, sich zusammenzutun und mehr Aufmerksamkeit für Sicherheit zu fordern?» Ob Franzosos Eltern damit den Stein noch einmal ins Rollen bringen können, bleibt abzuwarten.