Abplanalp eckte an
Das steckt hinter dem Trainer-Knall bei Swiss-Ski

Swiss-Ski setzt Cheftrainer Stefan Abplanalp nach nur einem Jahr ab. Warum? Die Ergebnisse werden nicht bemängelt.
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Malorie Blanc feierte in Crans-Montana ihren ersten Weltcupsieg. Stefan Abplanalp freute sich mit. Nun muss er seinen Posten räumen.
Foto: JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss-Ski ersetzt Speed-Cheftrainer Stefan Abplanalp nach nur einem Jahr
  • Die Speed-Frauen holten 1235 Punkte ohne verletzte Topstars Lara Gut-Behrami
  • Neuer Trainer ist Silvan Epp, 44, Ehemann von Andrea Ellenberger
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Mathias GermannReporter Sport

Der Weltcup pausiert. Der Ski-Zirkus nicht. Stefan Abplanalp (53), Cheftrainer der Speed-Frauen, muss gehen. Der Verband begründet den Entscheid mit einer «umfassenden Saisonanalyse». Man habe ihn «gemeinsam mit Stefan Abplanalp» gefällt. Die Änderung erfolge «im Hinblick auf die kommenden Jahre und den laufenden Generationenwechsel». Nachfolger wird Silvan Epp (44), Trainer und Ehemann der früheren Rennfahrerin Andrea Ellenberger (33).

Swiss-Ski will Abplanalps Know-how halten. Er könnte intern eine neue Aufgabe übernehmen. Abplanalp prüft seine Optionen und dankt für die Zusammenarbeit. Das klingt harmlos. Hört man sich um, ist es alles andere als das.

Nach zwölf Jahren setzte der Verband im letzten Frühling bei der Speed-Gruppe auf einen Neuanfang. Abplanalp sollte das Team formen, Richtung Heim-WM 2027 führen und die nächste Generation aufbauen. Nach einem Jahr ist Schluss. «Es tut mir für Stefan leid», sagt Alpin-Direktor Hans Flatscher. Man habe sich keinesfalls zerstritten.

Fakt ist: Die Schweizer Speed-Frauen waren unter Abplanalp – zieht man die Punkte der verletzten Lara Gut-Behrami (34) und Michelle Gisin (32) ab – deutlich stärker als im Winter davor. 1235 statt 817 Punkte. «Es lag nicht an den Ergebnissen», sagt Flatscher.

Woran dann?

Abplanalp eckte mehr und mehr an

Ein Komplott der Fahrerinnen gab es nicht – bei weitem nicht. Malorie Blanc (22) gewann ihr erstes Weltcuprennen und war von Abplanalps Arbeit begeistert. Corinne Suter (30) schätzte ihn ebenfalls und fand nach ihrer Verletzung zurück zu ihrer Form. Beide betonten gegenüber Blick mehrmals, wie hervorragend die Arbeit sei.

Auch die Co-Trainer stellten sich nicht gegen Abplanalp. Doch der Berner verfolgte gemäss Blick-Infos einen anderen Kurs als der Verband. Er ist bekannt für: kein Schlendrian, dafür mehr Umfang und Intensität. Mit seinen Ideen, aber wohl auch mit seiner eloquenten Art, eckte der ehemalige SRF-Experte bei seinen Vorgesetzten mehr und mehr an.

Betroffen sind vor allem die Athletinnen. Zehn Monate vor der Heim-WM krempelt Swiss-Ski um – trotz seines Bekenntnisses zur Kontinuität. Das birgt Chancen – und Risiken. So oder so: Der Verband wird sich an diesem Entscheid messen lassen müssen.

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