Darum gehts
- Kilian Wenger scheitert beim SRF-Casting für Schwinger-Expertenrolle
- Innerschweizer Schuler und Reichmuth erhalten den Zuschlag
- Wenger bleibt deshalb bei Swiss1 und ist zweimal im Einsatz
Im Sägemehl ging bei Kilian Wenger (35) einst alles rasend schnell. Mit gerade einmal 20 Jahren krönte sich der Berner 2010 in Frauenfeld zum Schwingerkönig. Ein ähnlich steiler Aufstieg schien sich auch in seiner zweiten Karriere abzuzeichnen. Nach seinem Rücktritt aus dem Spitzensport sammelte Wenger sogleich erste Erfahrungen vor der Kamera.
In der vergangenen Saison war der König als Experte beim Privatsender Swiss1 im Einsatz. Nach der erfolgreichen Premiere liebäugelte der Berner mit dem nächsten Schritt. Doch dieser wurde ihm verwehrt, wie jetzt bekannt wird. SRF erteilte Wenger nämlich eine Absage.
Innerschweiz sticht Bern aus
Der Berner Oberländer war einer der Kandidaten, der die Könige Jörg Abderhalden (46) und Christian Stucki (41) hätten beerben sollen. Beide gaben im vergangenen Herbst ihren Expertenjob auf. Auf der Suche nach Ersatz nahm SRF auch Wenger genau unter die Lupe.
Der König wurde zu einem Casting eingeladen, konnte die Verantwortlichen aber nicht restlos überzeugen. Letztlich fiel die Wahl auf die Innerschweizer Christian Schuler (38) und Pirmin Reichmuth (30). «Für mich bricht damit keine Welt zusammen. Ich kann sehr gut damit leben», sagt Wenger.
SRF erklärt Experten-Entscheidung
Die SRF-Wahl dürfte einige überraschen. Schliesslich fällt mit Wenger ein Schwingerkönig mit TV-Erfahrung durch – während Schuler und Reichmuth, die noch im vergangenen Sommer aktiv waren und bislang keine vergleichbare Expertenerfahrung vorweisen, den Zuschlag erhielten.
Ein wichtiger Punkt, der für das Innerschweizer Duo sprach, ist die Nähe zum aktuellen Geschehen. «Beide verfügen über ein fundiertes Fachwissen und kennen viele der aktuellen Schwinger noch aus ihrer aktiven Zeit. Das ist ein grosser Mehrwert für unser Publikum», erklärt SRF auf Blick-Anfrage.
Bald eine zweite Chance?
Warum Wenger nicht berücksichtigt wurde, lässt der Sender offen. Möglich, dass ihm auch die bestehende Konstellation zum Verhängnis wurde. Mit Matthias Sempach und Adrian Käser stehen bereits zwei Berner Schwingerkönige bei SRF im Einsatz. «Das hat mir sicher nicht geholfen», sagt Wenger.
So kommt es, dass er in der kommenden Saison erneut für Swiss1 im Einsatz steht. Der Privatsender überträgt vier Kranzfeste live. Wenger wird am Baselstädtischen und am Freiburger Kantonalen vor Ort sein.
Und schon bald dürfte er die nächste Chance erhalten, den Expertenthron im Schwingsport zu besteigen. Schliesslich hat Adrian Käser nach dieser Saison seinen Abschied bei SRF angekündigt. Dann wäre wieder ein Platz für einen Schwingerkönig aus dem Bernbiet frei.