Darum gehts
- Fabian Staudenmann wurde am Nordostschweizer Schwingfest vor dem Mittag zurückgebunden
- Kritik an der Einteilung: Harte Gegner für Staudenmann, leichtere für Schlegel und Orlik
- Einteilungschef Götte weist die Kritik zurück und erläutert seine Sicht der Dinge
Wurde Fabian Staudenmann (26) am Nordostschweizer Teilverbandsfest (NOS) zu hart eingeteilt? Diese Frage beschäftigte Schwingfans und Experten während der Mittagspause. Auch online wurde debattiert.
Unter dem Blick-Liveticker meldeten sich Dutzende Leser zu Wort. «Die Einteilung für Schlegel in Gang zwei und drei muss mir jemand erklären», schrieb einer von ihnen. Ein anderer meinte: «Es ist ja normal, dass Gäste etwas härter eingeteilt werden. Aber heute war es schon sehr krass und unfair gegenüber Staudenmann.» Was war passiert?
Staudenmann stellte zum Auftakt gegen König Armon Orlik. Anschliessend bekam er mit Ramon Betschart einen Defensivspezialisten zugeteilt. Im dritten Gang wartete Eidgenosse Domenic Schneider, der mit zwei Siegen ins Fest gestartet war.
Ein Teil der Spannung ging verloren
Für Diskussionen sorgte allerdings weniger diese Paarung als der Blick auf die Notenblätter der Konkurrenz. Während Staudenmann nach Orlik bereits den zweiten Eidgenossen aus dem Weg räumen sollte, erhielt Werner Schlegel nach seiner überraschenden Niederlage gegen Adrian Odermatt zwei Normalkranzer vorgesetzt. Auch Orlik traf im dritten Gang auf einen deutlich schwächeren Gegner.
Weil Staudenmann sowohl gegen Orlik als auch gegen Schneider stellte, verabschiedete er sich bereits vor dem Mittag aus dem Schlussgangrennen. Viele Zuschauer hatten das Gefühl, dass der stärkste Gast unnötig früh ausgebremst wurde. Dadurch ging ein Teil der Spannung im Kampf um den Tagessieg verloren.
So entstand Schlegels Notenblatt
Blick konfrontierte Einteilungschef Urban Götte mit den Vorwürfen. Dieser weist die Kritik zurück. «Fabian war für mich der gefährlichste Gast», erklärt er. Nach zwei Gängen sei der Berner noch voll im Rennen gewesen. «Ich dachte, er würde Dodo bezwingen. Für mich war das keine unfaire Paarung.»
Dass Gäste etwas härter eingeteilt werden, bestreitet Götte nicht. «Das wird unseren Leuten nächsten Sonntag am Berner Kantonalen genau gleich gehen.» Auf Schlegels Notenblatt angesprochen, sagt der dreifache Eidgenosse: «Ich habe im ersten Gang viele ausgeglichene Paarungen gemacht. Einige Teilverbandskranzer haben nicht gewonnen, dadurch standen Normalkranzer an der Spitze. Die mussten wir wieder zurückbinden.»
Staudenmann sucht keine Ausrede
Deshalb habe Schlegel in den Gängen zwei und drei schwächere Gegner erhalten. «Das finde ich überhaupt nicht tragisch. Danach musste er sich den Schlussgangeinzug gegen Mario Schneider und Joel Strebel hart erarbeiten.»
Ähnlich argumentiert Götte bei Orlik. «Mario Bösch ist ein starker Schwinger. Er hat bis dahin sehr gut geschwungen und brauchte noch einen Topgegner auf dem Notenblatt.»
Bemerkenswert ist die Haltung des Hauptbetroffenen. Während Zuschauer und Experten hitzig diskutierten, suchte Staudenmann keine Ausreden. Im Gegenteil. «Ich fand die Einteilung fair», sagt der Berner. «Ich hatte keine Sekunde das Gefühl, dass ich benachteiligt wurde.»