Schlegel bodigt Ott im Schlussgang
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Dritter NOS-Sieg in Folge:Schlegel bodigt Ott im Schlussgang

Dank fulminanter Aufholjagd
Schlegel feiert bei NOS-Hitzeschlacht den Hattrick

Erfolgreiche Titelverteidigungen beim Nordostschweizer und dem Waadtländer Kantonalen. An beiden Orten jubeln am Ende zwei Schwinger, die dies schon letztes Jahr taten.
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Werner Schlegels Siegerjubel.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlussgänge

Werner Schlegel muss den Nordostschweizer Schlussgang gewinnen, Damian Ott reicht auch ein Gestellter. So geht Schlegel offensiver und Ott vor allem hochkonzentriert ins Duell. Die Spannung in der Arena ist greifbar. Letztlich fällt die Entscheidung nach rund sechs Minuten. Schlegel täuscht einen Übersprung an, lässt einen Fussstich folgen und kann Ott so bodigen. Damit kann sich Ott nicht für die Schlussgang-Niederlage am St. Galler Kantonalen revanchieren.

Beim Waadtländer Kantonalen wird Romain Collaud im Schlussgang seiner Favoritenrolle gerecht. Allerdings muss er sich in Geduld beweisen, denn Laurent Tornare wehrt sich lange erfolgreich. Erst nach zwei Dritteln der zwölf Minuten Gangdauer gelingt der entscheidende Wurf.

Die Schlussranglisten

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Die NOS-Schlussrangliste
Foto: Screenshot ESV

Die Siegerstimme

Werner Schlegel gegenüber SRF: «Wunderbar konnte ich die Serie fortsetzen. Damian war ein super Gegner, ich glaube er ist der Stärkste, den ich auf dem Notenblatt hatte. Ich hätte es ihm auch von Herzen gegönnt, bin aber froh, reise ich als Sieger nach Hause.» Danach gibts ein Kompliment an die Organisatoren: «Wir hatten einen einigermassen kühlen Raum und kalte Getränke. Das erleichtert so ein Tag schon sehr.» Zur Taktik im Schlussgang: «Ich wusste, dass Damian ein Gestellter reicht und musste angreifen. Am Anfang gelang mir das nicht so, denn er ist wahnsinnig stark. Am Ende konnte ich aber volle Power reinbringen und mit Fussstich gewinnen.» Zur Auftaktniederlage: «Ich bin Adrian Odermatt in den Hammer gelaufen. Ich wusste aber, mit einem verlorenen Gang ist das Fest noch nicht gelaufen. Wenn ich Vollgas gebe, reichts am doch noch.»

Die Titelverteidiger

Vor einem Jahr hat Romain Collaud das Waadtländer Kantonale mit fünf Siegen und einem Gestellten gewonnen. Nun tritt er zur Titelverteidigung an und zieht erneut in den Schlussgang ein. Beim Nordostschweizer hat es vor Jahresfrist gleich drei Sieger gegeben. Neben Michael Moser, der dieses Mal nicht dabei ist, jubelten auch Werner Schlegel und Damian Ott. Die beiden ziehen wie Collaud auch dieses Mal in den Schlussgang ein. Und so kommt es an beiden Festen zu erfolgreichen Titelverteidigungen.

Die Nummer 8

Romain Collaud hat in diesem Jahr schon das Jurassische und das Neuenburger Kantonale gewonnen. Beim Walliser wurde er Zweiter. Eine starke Saison – die nun auch am Waadtländer ihre Fortsetzung findet. Mit fünf Siegen marschiert er souverän in den Schlussgang. Und behält in diesem die Oberhand. Er feiert seinen achten Festsieg, der dritte in diesem Jahr. Und verteidigt den Titel am Waadtländer erfolgreich.

Der perfekte Morgen

Damian Ott zählt schon vor Beginn des Festes zu den Sieganwärtern. Und wird dieser Rolle gerecht. Am Morgen schwingt er ganz stark, gewinnt dreimal mit Plattwurf und liegt so am Mittag mit dem Punktemaximum in Führung. Auch in den Nachmittag startet er mit einem Plattwurf. Erst im 5. Gang wird er etwas ausgebremst – gegen König Armon Orlik kommt er nicht über einen Gestellten hinaus. Und landet zum Abschluss des Tages dann auch noch im Schlussgang auf dem Rücken.

Die Überraschung

Werner Schlegel ist eines der heissen Eisen, welche die Nordostschweizer ins Rennen schicken. Der Start ins Fest ist alles andere als optimal. Von Adrian Odermatt wird er eiskalt ausgekontert – und platt ins Sägemehl gebettet. Bei ihrem Premieren-Duell ist es eine dicke Überraschung, dass der Nordwestschweizer jubelt.

Die Aufholjagd

Mit der Niederlage gegen Adrian Odermatt ist Werner Schlegels Start in den Tag alles andere als optimal. Aus dem Takt bringt ihn das nicht. Im Gegenteil. Er startet eine fulminante Aufholjagd. Vor der Mittagspause gewinnt er gleich zweimal innert Sekunden. Und auch am Nachmittag ist er nicht mehr zu bezwingen. Die vier Maximalnoten reichen, um sich trotz Niederlage für den Schlussgang zu qualifizieren. Und nicht nur das, er holt am Ende den Festsieg.

Der Hattrick

2024 und 2025 hat Werner Schlegel das Nordostschweizer Schwingfest gewonnen. Auch dieses Mal schwingt er um den Festsieg mit – trotz Auftaktniederlage. Am Ende lässt er sich als Sieger schultern und schafft damit den Hattrick. Musste er den Triumph vor einem Jahr noch mit zwei Konkurrenten teilen, jubelt er dieses Mal wie schon 2024 alleine.

Die Premiere

Mit 18 Jahren feiert Laurent Tornare seine Premiere. Erstmals zieht er bei einem Kranzfest in den Schlussgang ein. Und das mit vier Siegen und einem Gestellten. Auch im letzten Kampf wehrt er sich lange erfolgreich, muss sich aber letztlich doch geschlagen geben. Aber er setzt damit seine starken Leistungen in dieser Saison fort, denn er fährt bereits zum vierten Mal mit einem Kranz nach Hause. Davor hat er erst zweimal Eichenlaub gewonnen – 2024 am St. Galler Kantonalen und 2023 am Walliser. Nun gibts erstmals auch einen Kranz vom Waadtländer.

Der Doppel-Rücktritt

Am Waadtländer Kantonalen gehen gleich zwei Karrieren zu Ende. Luc Gottofrey (28) und Ivan Mollet (33) hängen die Zwilchhose an den Nagel. Beide tun dies mit einem Kranzgewinn. Für Gottofrey ist es Nummer 9 und für Mollet Nummer 22.

Die komplettierte Sammlung

Fabian Staudenmann tritt am Nordostschweizer an, um die Gastgeber zu ärgern. Das gelingt nur bedingt. Schon vor dem Mittag fällt er mit zwei Gestellten gegen König Armon Orlik und Publikumsliebling Domenic Schneider aus der Entscheidung um den Festsieg. Bleibt das Ziel Kranzgewinn. Für den Berner ist es die erste Teilnahme am Nordostschweizer, das Eichenlaub fehlt ihm also noch in der Sammlung. Und wird dank Rang 4 am Abend hinzugefügt. Damit hat er nun von jedem Teilverbandsfest mindestens einen Kranz daheim.

Der Abwesende

Seit 2016 hiess der Sieger des Nordostschweizer Schwingfestes viermal Samuel Giger. Dieses Mal fehlt der Unspunnensieger. Das Fest in seinem Heimatkanton Thurgau verpasst er verletzungsbedingt. Er laboriert an einer Schulterverletzung. Wann er sein Comeback gibt, ist offen.

Das Verletzungspech

Zwei Berner nehmen am Nordostschweizer teil: Fabian Staudenmann und Reto Thöni. Für einen ist das Fest schon nach einem Gang vorbei. Kurz vor Ablauf der Zeit verletzt sich Thöni am Knie. Humpelnd und gestützt von seinem Gegner Marco Good verlässt er unter aufmunterndem Applaus die Arena.

Das Bild des Tages

Schon im 1. Gang sorgen Martin Roth und Samuel Schwyzer für das Bild des Tages. Roth wird hochgehoben und hängt kopfüber über dem Sägemehl. Um die Niederlage zu verhindern, krallt er sich an den Oberschenkel seines Gegners. Schwyzer hat so keine Chance, irgendetwas Gefährliches zu kreieren. Dennoch hält er seinen Gegner eine Weile so – eine akrobatische Einlage, die man im Schwingen nicht allzu oft zu sehen bekommt.

Zeigen eine akrobatische Einlage: Martin Roth und Samuel Schwyzer (in weiss).
Foto: Screenshot SRF

Die erneute Hitzeschlacht

Wenn das Nordostschweizer Schwingfest stattfindet, ist Sommerwetter garantiert. Zumindest bei den jüngsten beiden Ausgaben. Schon letztes Jahr fand es bei Sonnenschein und Temperaturen von 35 Grad statt. Auch in diesem Jahr ist es eine Hitzeschlacht, schon frühmorgens ist es deutlich über 25 Grad. Um 10 Uhr zeigt das Thermometer, das seitlich am Brunnen angebracht ist und zu dem Zeitpunkt im Schatten ist, 30 Grad an. Am Nachmittag sinds in der prallen Sonne dann über 45 Grad.

Die Bedingungen

Die Hitzewelle hat die Schweiz noch immer im Griff. Beide Feste finden bei Sonnenschein und hohen Temperaturen über 30 Grad statt.

So gehts weiter

Nächstes Wochenende gehts für einen Teil der Schwinger ins Fussballstadion. Das Berner Kantonale geht im Stadion Wankdorf über die Bühne. Daneben finden das Innerschweizer und das Appenzeller Kantonale statt.

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