Darum gehts
- Werner Schlegel gewinnt das Nordostschweizer Teilverbandsfest zum dritten Mal in Serie
- Nach seinem Fehlstart zeigte er sich nicht wie gewohnt verärgert
- In aller Ruhe startete er die Aufholjagd und besiegte Damian Ott im Schlussgang
Vor kurzem lieferten sich Werner Schlegel (23) und Damian Ott (26) ein Duell auf dem Asphalt. Der Ablauf des Kart-Rennens erinnerte stark an das Nordostschweizer Teilverbandsfest. Wie in Sulgen TG legte Schlegel auch in Güttingen TG einen veritablen Fehlstart hin. Der Topfavorit lag gegen Adrian Odermatt nach etwas mehr als einer Minute auf dem Rücken.
Dass Schlegel den Fehlstart rasch korrigieren konnte, verdankte er auch der Einteilung. Während Gast Fabian Staudenmann nach König Armon Orlik vor dem Mittag auch noch auf Eidgenosse Domenic Schneider traf, erhielt der Toggenburger zwei Normalkranzer vorgesetzt.
Staudenmann stellte zweimal und verabschiedete sich früh aus dem Schlussgang-Rennen. Die Einteilung sorgte auf dem Festplatz für Diskussionen. Genauso wie Schlegels Reaktion direkt nach seiner Sensationspleite am Morgen.
Schlegel wie verwandelt
Wer den ESAF-Schlussgänger schon länger verfolgt, traute seinen Augen nicht. Nach Niederlagen stapft Schlegel normalerweise frustriert davon, schaut weder nach links noch nach rechts.
Diesmal war alles anders. Schlegel verliess das Sägemehl seelenruhig, erfüllte den Kindern ihre Autogrammwünsche und hatte sogar ein Schmunzeln im Gesicht. Diesen Schlegel kennt man auf den Schwingplätzen gar nicht.
Blick sprach ihn nach dem Fest auf seine überraschende Reaktion an. «Ich wusste, dass diese Niederlage nicht so schlimm war», erklärt er. «Ich fühlte mich im Gang sehr gut und konnte von Beginn weg angreifen. Wenn ich ihn dort nicht verloren hätte, hätte ich vielleicht später gewonnen.»
Ott zeigte eine tolle Leistung
Der Topfavorit hakte den Fehltritt erstaunlich schnell ab. «Als ich den Platz verliess, wusste ich, dass es jetzt nur noch eines gibt: angreifen.» Genau das tat er. Schlegel gewann danach Gang um Gang und kämpfte sich schliesslich in den Schlussgang.
Dort traf er auf den bis dahin bärenstarken Ott. Nach vier Gängen führte der Kilchberger-Sieger das Klassement mit dem Punktemaximum an. Anschliessend stellte er souverän gegen König Orlik. Im Schlussgang war dann Schlegel einmal mehr zu stark.
Wie auf der Kartbahn musste Ott seinem Freund den Vortritt lassen – trotz Fehlstart. Schlegel sicherte sich zum dritten Mal in Folge den Sieg am Nordostschweizer Teilverbandsfest.