Darum gehts
- Adrian Walther gewinnt trotz schwieriger Woche den Schwarzsee-Schwinget
- Mehrere Physio- und Chiropraktik-Behandlungen halfen bei der Genesung
- Auch der Uni-Stress ist vorbei – nicht zuletzt dank der Hilfe der Dozenten
Als Adrian Walther (24) das Berner Oberländische vorletztes Wochenende nach drei Gängen abbrechen musste, lag der schwierigste Teil noch vor ihm. Die Heimfahrt ins Unterland wurde zur Tortur. «Sitzen war extrem unangenehm», erzählt der Berner. «Und von Gstaad nach Hause gibt es einige Kurven.»
Am nächsten Morgen schleppte sich Walther mit Schmerzmitteln zum Chiropraktiker. «Ich wollte mich am liebsten gar nicht mehr bewegen. Am wohlsten war es mir, wenn ich seitlich lag – mit einem runden Rücken.» An Schwingen war in diesem Moment nicht zu denken. Nur einige Tage später triumphiert Walther am Schwarzsee. Wie war das möglich?
Das Positive an seiner Verletzung
Die Rückenprobleme seien nicht neu gewesen. Deshalb habe sein Umfeld sofort gewusst, was zu tun sei. Neben den Terminen beim Chiropraktiker kamen mehrere Behandlungen beim Physiotherapeuten dazu. «Mein tolles Umfeld hat einen grossen Anteil an diesem Sieg.»
Walther kann der schwierigen Woche im Nachhinein sogar etwas Positives abgewinnen. «Ich war schon froh, überhaupt schwingen zu können. Möglicherweise gab mir das die nötige Lockerheit.»
Für Erleichterung sorgte aber nicht nur der Festsieg. Auch an der Universität entspannte sich in den vergangenen Tagen die Lage. Der Architekturstudent hat alle vorgegebenen Arbeiten rechtzeitig abgegeben. Anfang der letzten Woche hätte er diese allerdings noch präsentieren sollen.
Voller Fokus auf den Schwingsport
Seine starken Rückenschmerzen liessen das aber nicht zu. «Ich konnte unmöglich dorthin gehen und die Vorträge halten.» Die Dozenten zeigten Verständnis. Walther muss die Präsentationen nicht nachholen. «Sie haben mir das sozusagen geschenkt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar», sagt der Schwarzsee-Sieger.
Das Timing hätte nicht besser sein können. Rechtzeitig vor dem Berner Kantonalen im Wankdorf ist das Semester zu Ende. Damit rückt die Uni für eine Weile in den Hintergrund. «Darüber bin ich sehr froh. Ich freue mich, nun meine ganze Zeit dem Sport widmen zu können.»