Darum gehts
So stark wie ein Elefant
Was für eine Power in Orlik steckt, demonstrierte er am ESAF. Im achten Gang packte er den 130 Kilogramm schweren Pirmin Reichmuth, hob ihn hoch und warf ihn auf den Rücken. Dieser Siegeswurf machte ihn zum König. Seine mächtigen Muskeln müssen auch während des Zoobesuchs versorgt werden. Deshalb zückt der König einen Proteinshake hervor. «Nur so kann ich mein Kampfgewicht halten. Früher habe ich noch viel mehr alles abgewogen. Mittlerweile weiss ich, was ich in etwa brauche», erklärt er. Seine körperliche Verfassung verdankt er Coach Robin Städler, der bereits den dreifachen König Jörg Abderhalden trainiert hat.
Killerinstinkt wie ein Gepard
Winston ist das schnellste Tier im Zoo. Explosiv, präzise, kompromisslos im Angriff. Ein Raubtier durch und durch. Orlik ist beeindruckt. «Er ist ein brutaler Athlet», sagt er. Und dürfte einige Parallelen zu sich selbst entdecken. Auch Orlik ist blitzschnell. Ein falscher Schritt des Gegners, und der Kampf ist vorbei. Während der Gepard seine Beute zum Überleben braucht, ist für Orlik der Kampf im Sägemehl sein Lebenselixier. «Es gibt für mich kaum etwas Schöneres.» Der Unterschied zwischen den beiden liegt im Stil. Während sich das Raubtier lautlos anschleicht, läuft Orlik auf seinen Gegner zu, schaut ihm in die Augen und gibt ihm die Hand. So, wie es sich im Schwingen gehört.
Clever wie ein Erdmännchen
Orlik sitzt mit einer Handvoll Mehlwürmer auf dem Schoss im Erdmännchen-Gehege. Die Tiere stürzen sich aber auf die lebendige Mahlzeit vor seinen Füssen. Nur eines springt zu ihm hoch. Jackpot. Diese Art, etwas anders als alle anderen zu tun, imponiert Orlik. So ist der König auch vor dem ESAF vorgegangen. Er zog sein eigenes Ding durch und behielt das für sich. «Sorry, ich musste dich anlügen. Das war eine taktische Massnahme. Ich wollte meinen Gegnern nichts verraten», sagte er nach dem ESAF zu einem Journalisten. Seine tägliche Dosis Randen, welche die Regeneration unterstützt und die Ausdauer steigert, behielt er für sich.
Weitsichtig wie eine Giraffe
Sie sieht, was andere nicht sehen. Die Giraffe überblickt mit ihrem langen Hals die Savanne. Diese Weitsicht zeichnet auch Armon Orlik aus. Kein Spitzenschwinger wagte es vor der Saison, offen vom Königstitel zu sprechen – ausser der Bündner. Er weiss genau, wohin er will. «Ich trainiere nicht derart hart, um Zweiter zu werden.» Verlieren will er nie. Auch nicht im Zoo. Als es darum geht, bei wem die Giraffe zuerst abbeisst, hilft Orlik nach. Er steckt zwischen die Blätter ein Futterkügelchen. Der Trick funktioniert. «Man muss sich halt zu helfen wissen», sagt er lachend und zeigt dabei, dass in ihm nicht nur ein akribischer Planer steckt, sondern auch ein kleines Schlitzohr.
Sonnenliebhaber wie ein Lemur
Sie sind dafür bekannt, sich genüsslich in der Sonne zu räkeln. Strecken alle Viere von sich, schliessen die Augen und tanken Wärme – ein Bild, das erstaunlich gut zu Orlik passt. Auch der Bündner weiss, wie man abschaltet. «Nach einer langen Saison mag ich es etwas ruhiger», sagt der König. In den Ferien liegt er auch gerne einmal am Strand oder geniesst die Sonne auf dem Velo. Sein Lieblingstier ist der Jaguar. Um ihn in freier Wildbahn zu sehen, müsste Orlik nach Mittel- oder Südamerika reisen. «Das mache ich aber erst nach meiner Karriere.» Wenn er schon so weit fliegt, will er sich Zeit nehmen und die Reise gleich mit ein paar Tagen am Meer verbinden.