Darum gehts
- Domenic Schneider schenkte seinem Vater zu dessen 60. Geburtstag etwas ganz Besonderes
- Andreas Schneider konnte das Bündner-Glarner Schwingfest in Scuol vor Ort mitverfolgen
- Seit fast drei Jahrzehnten geht die Familie dort in die Winterferien
Andreas Schneider lehnt sich zurück und lächelt. Sein Blick wandert vom Sägemehl zu den Berggipfeln und wieder zurück. Eigentlich hätte der 60-Jährige an diesem Samstag auf dem Hof in Friltschen TG Kühe melken sollen. Stattdessen sitzt er hoch über Scuol GR auf den Zuschauerrängen und verfolgt für einmal einen ganzen Wettkampf seiner Söhne Domenic (32) und Mario Schneider (34).
Zu verdanken hat er das seiner Familie. Zum 60. Geburtstag überraschten ihn Domenic, dessen Frau und die jüngste Tochter mit einem Ausflug ans Bündner-Glarner Schwingfest. Damit Andreas Schneider den Tag unbeschwert geniessen kann, hat Domenic zu Hause einen Nachbarn als Ersatz organisiert.
Darauf angesprochen, beginnt der Vater des Publikumslieblings zu schwärmen: «Dieses Geschenk hat mich unheimlich gefreut. Einen solch schönen Tag verbringen zu dürfen, ist für mich alles andere als selbstverständlich.»
Spezieller Bezug zu Scuol
Normalerweise ist er gar nicht oder dann nur für ein paar wenige Gänge an den Wettkämpfen seiner Söhne vor Ort. Wenn Domenic Schneider schwingt, hält Andreas ihm den Rücken frei und schaut auf dem Hof nach dem Rechten. «Ich bin meinem Vater unendlich dankbar. Ohne seine Hilfe könnte ich den Schwingsport nicht in dieser Form betreiben», sagt Schneider.
Dass die Reise nach Scuol führt, ist kein Zufall. Seit rund 30 Jahren verbringt die Familie Schneider ihre Winterferien im Unterengadin. «Es ist eine wunderschöne Gegend. Mir gefällt es hier brutal gut», sagt Andreas Schneider.
Vater ist stolz
Noch lieber als auf die Berge schaut er an diesem Tag allerdings aufs Sägemehl. Dort machen ihm seine Söhne eine weitere Freude: Domenic Schneider sichert sich souverän den Kranz, Mario Schneider schafft sogar den Sprung in den Schlussgang. Dort wartet mit Schwingerkönig Armon Orlik die schwierigste Aufgabe des Tages. Der Bündner bleibt ungeschlagen und legt nach Domenic auch Mario Schneider auf den Rücken.
Andreas Schneider stört das nicht. «Ich bin einfach nur stolz und glücklich, dass beide noch ganz sind.» Dann geniesst er einmal mehr die Aussicht.