Diagnose ist da
Das steckt hinter Schurtenberger-Drama auf dem Stoos

Sven Schurtenberger kämpft mit den Folgen des Unfalls beim Stoos-Schwinget. Der Eidgenosse erzählt von den bangen Minuten nach dem Aufprall und verrät die Diagnose nach einer MRI-Untersuchung.
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Darum gehts

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Nicola AbtReporter Sport

Sven Schurtenberger (34) leidet noch immer. «Ich drehe fast durch», sagt er zu Blick. Der Luzerner spricht erstmals ausführlich darüber, was beim dramatischen Zwischenfall am vergangenen Sonntag auf dem Stoos passiert ist.

Damals musste der Eidgenosse seinen vierten Gang gegen Kilian Kolb abbrechen. Wenig später wurde er mit einer Sauerstoffmaske auf einer Trage liegend in die Rega geschoben. «Ich schlug mit dem Gesicht im Sägemehl auf und sah plötzlich doppelt und dreifach», erzählt Schurtenberger.

Aufstehen konnte er nicht mehr. Danach reisst seine Erinnerung ab. «Vom Aufschlag bis zu dem Moment, als mich die Sanitäter im Nebenraum betreuten, habe ich einen kompletten Blackout.»

Panik während des Rega-Flugs

Als Schurtenberger wieder zu sich kam, war ihm sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Der Luzerner klagte über Schmerzen im Hals, Rücken und Brustbereich. Zudem bekam er kaum Luft. Die Sanitäter versorgten ihn mit Sauerstoff und legten ihm eine Infusion. Weil die Schmerzen unerträglich wurden, erhielt der Eidgenosse starke Medikamente.

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Minutenlang musste Sven Schurtenberger auf dem Stoos behandelt werden.
Foto: keystone-sda.ch

Danach verliert sich seine Erinnerung erneut. «Ich war wegen der starken Schmerzmittel wieder weg.» Erst einige Zeit später kommt Schurtenberger erneut zu sich. Dieses Mal liegt er festgeschnallt bereits auf einer Trage in der Rega. «Ich bekam Panik, weil ich mich nicht bewegen konnte.» Gleich zwei Sanitäter mussten ihn festhalten und beruhigen.

Kurz darauf landet die Rega in Luzern. Dort folgen weitere Untersuchungen. Für die Arbeit der Sanitäter findet Schurtenberger lobende Worte. «Sie haben sich hervorragend um mich gekümmert.» Im Kantonsspital Luzern konnten die Ärzte mittels CT und Röntgen zwar schwere Verletzungen ausschliessen. Die entscheidenden Antworten blieben jedoch aus. Dafür wäre ein MRI nötig gewesen. Doch das erwies sich als schwieriger als gedacht.

Erleichterung am Donnerstag

Bis ein MRI durchgeführt werden konnte, dauerte es mehrere Tage. Die Warterei beschreibt Schurtenberger als zermürbende Zeit. Während die schlimmsten Rückenschmerzen langsam verschwanden, machten ihm der Hals und die anhaltenden Schwindelgefühle weiter zu schaffen. «Sobald ich länger am Tisch sitze oder auf dem Sofa bin, beginnt sich alles zu drehen. Es ist wie ein Karussell im Kopf.»

Umso grösser war die Erleichterung, als er am Donnerstagmorgen in Baden einen Termin erhielt. Dort konnte die MRI-Untersuchung endlich durchgeführt werden. Die Bilder brachten einen Bandscheibenvorfall zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel zum Vorschein.

Seine Zukunft ist ungewiss

Damit ist zumindest die quälende Ungewissheit vorbei. An den Schwingsport denkt der vierfache Eidgenosse derzeit aber nicht. Das Bergfest am Schwarzsee vom kommenden Sonntag und einige weitere Schwingfeste verpasst er ganz sicher. Für die Innerschweiz ein grosser Verlust. Schurtenberger gewann in dieser Saison an sämtlichen Kranzfesten die Auszeichnung, stand am Luzerner Kantonalen im Schlussgang und verlor noch keinen Kampf. 

Wie seine Zukunft im Nationalsport allgemein aussieht, lässt Schurtenberger offen. «Jetzt geht es zuerst darum, wieder gesund zu werden. Zudem muss ich die Vorfälle auf dem Stoos mit meinem Mentaltrainer verarbeiten.» Am Montag wird ein Spezialist über das weitere Reha-Vorgehen entscheiden – auch ob eine Operation nötig ist.

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