«Hoffentlich komme ich gesund und mit Kranz nach Hause»
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Lario Kramer vor Schwarzsee:«Hoffentlich komme ich gesund und mit Kranz nach Hause»

«Das war mir brutal peinlich»
Stoos-Sieger Kramer machte sich beim Fischen zum Gespött

Für die Eidgenossen Remo Käser und Lario Kramer endet ihr lustiger Fischerabend auf dem Bielersee mit einer Enttäuschung – auf und neben dem Wasser.
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Lario Kramer (l.) und Remo Käser geniessen die schnelle Fahrt auf dem Bielersee.
Foto: Zamir Loshi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lario Kramer und Remo Käser fischten gemeinsam auf dem Bielersee
  • Kramer verlor einst beim Eisfischen eine Angelrute – auf dem Stockhorn
  • Am Sonntag tritt Kramer beim Schwarzsee-Schwinget an – und will den Kranz
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Nicola AbtReporter Sport

Es dauert keine Minute, bis auf dem Boot alle Augen gespannt auf eine Angelrute gerichtet sind. Eidgenosse Lario Kramer hat seinen Köder gerade ausgeworfen, als sich die Spitze verdächtig bewegt. Ein Fisch? Schon beim ersten Versuch?

Der Freiburger zieht seinen Köder konzentriert ein. Doch statt eines Hechts taucht ein Büschel Seegras aus dem Bielersee auf. Wenige Minuten später passiert dasselbe wieder. Und wieder. Und wieder. 

Nach dem vierten Büschel Wasserpflanzen schüttelt der Stoos-Sieger von 2018 den Kopf. «Remo ist der bessere Fischer», erklärt er. Ex-Schwinger Remo Käser steht auf der anderen Seite des Bootes und grinst. Er wird an diesem Abend noch häufiger Grund dazu haben.

Harte Fights im Athletiktraining

Dass die beiden gemeinsam auf dem Bielersee unterwegs sind, kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren verbindet sie eine enge Freundschaft. Kennengelernt haben sie sich im Sägemehltraining in Kirchberg BE. Ein Bekannter der Familie nahm Kramer und seinen Bruder Dorian einst mit. 

«Lario war schon damals extrem trainingsfleissig», erinnert sich Käser. «Wenn man sieht, wie er sich körperlich entwickelt hat, ist das sehr beeindruckend. Heute ist er eine brutale Maschine.»

Aus Trainingskollegen wurden Freunde. Später schwitzten sie sogar beim gleichen Athletikcoach. «Wenn einer einen schlechten Tag hatte, nutzte das der andere gnadenlos aus und legte noch eine Gewichtsscheibe mehr auf.» 

Dank Corona beim Fischen gelandet

Beim Fischen herrscht dagegen deutlich weniger Konkurrenzkampf. «Ich hoffe, er ist am Wochenende dann etwas gnadenloser im Sägemehl», sagt Käser lachend, als Kramer einmal mehr davon erzählt, dass ein Fisch bei ihm angebissen hat – aber wieder entwischt ist. 

Die Leidenschaft fürs Fischen entdeckte der Freiburger erst während der Corona-Zeit. Weil viele andere Freizeitaktivitäten eingeschränkt waren, machte er das Fischerbrevet. Viel Zeit für dieses Hobby bleibt ihm allerdings nicht. Neben seinen Schwingaktivitäten arbeitet er hauptberuflich als Gemüsebauer. 

Sorgen in der Südwestschweiz

Während der Saison geniesst aber der Nationalsport Priorität. Insbesondere in der Woche vor einem seiner Saisonhighlights. Am Sonntag steht das Schwarzsee-Schwinget an. «Es ist mein Heimbergfest. Deshalb will ich unbedingt den Kranz gewinnen.» 

Sportlich blickt Kramer auf eine bisher erfolgreiche Saison zurück: Zwei Kranzfeste gewann er bereits. Gleichzeitig aber macht er sich Sorgen um seinen Verband. «Wir stagnieren derzeit, und viele unserer Schwinger sind verletzt.»

Die Liste ist lang und umfasst Steven Moser, Benjamin Gapany, Paul Tornare, Leo Siegenthaler sowie Marc Gottofrey. «Gerade für unseren kleinen Teilverband ist es verheerend, wenn mehrere unserer Topschwinger gleichzeitig ausfallen.»

Während Kramer spricht, lenkt Käser das Boot über den Bielersee. Der Berner kennt das Fischen seit seiner Kindheit. Sein Grossvater brachte ihm das Handwerk bei. «Mir gefällt die Ruhe», sagt Käser. «Und gleichzeitig die Spannung, weil jederzeit etwas anbeissen kann.»

Eine fatale Teepause

Genau diese Mischung schätzt auch Kramer, der aber auch eine schmerzhafte Erfahrung beim Fischen gemacht hat. Vor einigen Jahren ging er mit Käser und weiteren Kollegen auf dem Stockhorn eisfischen. Rund 300 Fischer sassen auf dem gefrorenen See. Einen ganzen Tag lang fing praktisch niemand etwas.

Auch am zweiten Tag blieb es ruhig. Kramer harrte stundenlang neben seinem Eisloch aus. Dann wollte er sich kurz einen heissen Tee holen. Er legte die Angelrute auf den Boden und machte ein paar Schritte. Plötzlich schrie jemand.

Eine Geschichte verfolgt Kramer bis heute

Genau in diesem Moment hatte ein Fisch angebissen, weshalb Kramers Angelrute ins Loch rutschte. «Ich sprang zurück, erwischte sie aber nicht mehr», erzählt er. «Das war der einzige Biss an diesem Tag», ergänzt Käser schmunzelnd.

Für Kramer war die Sache weniger lustig: Die Angelrute verschwand auf dem Grund des Sees, was ihn zum Gespött unter den Fischern machte. «Das war mir brutal peinlich. Vor allem weil mich damals einige Leute dort kannten. Noch heute muss ich mir deswegen Sprüche anhören.» 

Enttäuschung beim Abendessen

Auf dem Bielersee nimmt der Abend ein weniger dramatisches Ende. Tatsächlich hängt irgendwann ein kleiner Hecht am Haken. Die Freude dauert allerdings nur kurz, denn wenige Meter vor dem Boot befreit sich der Fisch und verschwindet wieder im Wasser. Ohne Beute an Bord steuern sie die Werft Faul Erlach an. 

Und machen sich auf die Suche nach einem Fischrestaurant. Erfolglos. Die Küchen haben bereits geschlossen. Am Ende gibt es statt Fisch eine Glace. Beim nächsten Mal müssen die beiden ihr Abendessen halt wieder selbst an Land ziehen. 

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