Darum gehts
- Armon Orlik startet am Sonntag in Untervaz in die Schwing-Saison
- Mögliches Bruder-Duell gegen Curdin Orlik im Schlussgang des Schwingfests
- Nach seinem Königstitel haben sich Orliks Prioritäten kurzzeitig verschoben
Der kommende Sonntag wird für Armon Orlik (30) gleich in mehrfacher Hinsicht besonders. In Untervaz GR startet er nicht nur vor heimischem Publikum in die neue Saison, sondern schlägt zugleich das erste sportliche Kapitel seines ersten Jahres als Schwingerkönig auf.
Der Bündner kann es kaum erwarten. «Ich freue mich riesig darauf», erklärt er Blick. Nach einem halben Jahr voller Termine will Orlik endlich wieder im Sägemehl brillieren. Noch ist er aber ein gutes Stück von seiner Topform entfernt. Was stark mit seinem Erfolg am ESAF zusammenhängt.
Kurz vor Weihnachten war fertig lustig
Nach dem Königstitel verschoben sich Orliks Prioritäten. Sponsorentermine, Medienarbeit und Einladungen bestimmten seinen Alltag. «Von Oktober bis Dezember habe ich einige Trainings ausgelassen.» Was eigentlich so gar nicht zum sonst immer sehr disziplinierten 26-fachen Kranzfestsieger passt.
Nach der Erfüllung seines grossen Traums gönnte er sich das aber ganz bewusst. Orlik sammelte neue Eindrücke und lernte viele Menschen kennen. «Das wollte ich unbedingt geniessen. Die Vorstellung davon, was mich nach dem Titelgewinn alles Tolles erwarten würde, motivierte mich in meiner Vorbereitung.»
Vor Weihnachten zog Orlik die Schraube dann wieder an. «Seither hat das Training wieder oberste Priorität. Deshalb musste ich einige andere mir wichtige Dinge zurückstellen.» Betroffen ist neben Familie und Freunden auch sein Beruf als Holzbauingenieur.
Dank an seinen Arbeitgeber
In einer normalen Woche arbeitet Orlik jeden Morgen. Doch als Schwingerkönig ist man derart gefragt, dass kaum Tage vergehen, wo man nicht irgendwo sein sollte. Weil das Training unantastbar ist, fehlt der Bündner deshalb manchmal im Büro.
«Zum Glück ist mein Arbeitgeber da sehr flexibel. Dafür bin ich unheimlich dankbar.» Gleichzeitig stellt Orlik lachend klar: «Ich habe immer noch Ferien und keine Minusstunden. So schlimm ist es dann schon nicht.»
Spezielles Schwingfest für die Familie
Während er im Winter viel Neues entdecken durfte, wartet am Sonntag im Sägemehl wieder das vertraute Wettkampfgefühl. Wobei dieses Schwingfest richtig aussergewöhnliches werden könnte. Im Schlussgang winkt nämlich ein Bruder-Duell.
Nicht nur Armon, sondern auch sein Bruder Curdin Orlik (33) steigt in die Zwilchhosen. Der Bündner, der inzwischen für die Berner schwingt, kämpft wieder einmal in der Heimat. Da die Einteilung keine Brüder gegeneinander antreten lässt, könnte es höchstens im finalen Kampf des Tages zu diesem brisanten Aufeinandertreffen kommen.
Der Schwingerkönig würde es sich wünschen. «Ich hoffe, wir schaffen es beide in den Schlussgang. Das wäre sehr cool, aber gleichzeitig auch eine grosse Herausforderung.» Das bisher einzige Duell der beiden gewann Armon 2015 beim Sertig-Schwinget in Davos GR. Ob sich sein Bruder am Sonntag revanchieren kann?