Darum gehts
Von aussen betrachtet wirkt der Sieg von Werner Schlegel (23) am Rheintal Oberländer unspektakulär. Als Top-Favorit angetreten, überzeugte der Spitzenschwinger bei eisigen Temperaturen. Ein Pflichtsieg, könnte man meinen. Doch dieser Triumph ist alles andere als selbstverständlich.
Denn was bisher kaum jemand wusste: Schlegel kehrte erst vor wenigen Wochen ins Sägemehl zurück. Zwischenzeitlich musste der Toggenburger eine fast zweimonatige Pause einlegen. Der ESAF-Schlussgänger hatte sich im Training unglücklich am Oberschenkel verletzt. Ein schmerzhafter Rückschlag – und das mitten in der Saisonvorbereitung.
Weniger lange Ausfallzeit als erwartet
Obwohl Schlegel noch immer jung ist, geht er mit solchen Zwischenfällen bereits wie ein Routinier um. «Diese Dinge gehören dazu. Aber klar ärgerst du dich im ersten Moment und denkst, das müsste jetzt nicht sein», erklärt er im Anschluss an den Festsieg.
Nach mehreren Abklärungen gingen die Ärzte von einer Ausfallzeit von gut neun Wochen aus. In diesem Fall wäre eine Teilnahme am Rheintal Oberländer alles andere als sicher gewesen. Doch Schlegel verblüffte die Experten und konnte bereits nach sieben Wochen seinen Oberschenkel wieder voll belasten.
Hört man sich in seinem Umfeld um, führen diese das unter anderem auf seine ausgeprägte Muskulatur zurück. Zudem wird immer wieder betont, wie professionell der gelernte Zimmermann mittlerweile betreut wird.
Bald gilt es ernst
Dabei sticht sein Athletiktrainer Mitch heraus. Seit eineinhalb Jahren trainiert Schlegel im «Rotor-Team» in Liechtenstein. Nach der Diagnose arbeitete er gemeinsam mit dem Spitzenschwinger einen Plan aus. Dieser ging voll auf.
Nun bleiben Schlegel bis zum Start der Kranzfestsaison Ende April noch gut vier Wochen. Richtig ernst gilt es erstmals am Thurgauer Kantonalen. Dort dürften dann deutlich härtere Brocken auf Schlegel warten als in Gams SG am letzten Wochenende. Den ersten Härtetest hat sein Oberschenkel aber schon einmal problemlos überstanden.