Darum gehts
- Für das Rheintaler Verbandsschwingfest am Sonntag sind Topathleten gemeldet
- Ob alle kommen, ist die Frage – Domenic Schneider etwa lässt seine Teilnahme offen
- Das OK blickt gelassen auf das Wetter und hofft auf den «ältesten Rheintaler»
Der Start in die Freiluftsaison ist für die Schwinger jeweils ein besonderer Moment. Endlich wieder unter freiem Himmel kämpfen. Doch in diesem Jahr wird ihre Vorfreude etwas getrübt. Daran ändert auch die Aussicht auf mehrere Kracherpaarungen nichts.
Denn das Teilnehmerfeld am Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest am Sonntag (Blick tickert live vor Ort) in Gams SG ist mit Hochkarätern gespickt. ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel (23), Kilchberger-Sieger Damian Ott (26), Schwägalp-Champion Marcel Räbsamen (25) und Publikumsliebling Domenic Schneider (31) haben sich angemeldet. Ob auch alle antreten werden, ist aber noch unklar.
Schuld daran? Das Wetter. Es werden Temperaturen um den Gefrierpunkt erwartet, sogar Schnee ist möglich. Sollten tatsächlich weisse Flocken vom Himmel fallen, müssen die Organisatoren kurzfristig umplanen.
Schlechte Erinnerung an Giger-Verletzung
Schneider würde bei solchen Bedingungen nämlich zu Hause bleiben. «Wenn es schneit, trete ich nicht an. In diesem Fall wäre mir die Verletzungsgefahr zu hoch», erklärt der Landwirt. Er sei nicht mehr der Jüngste und müsse auf seinen Körper achten.
Tatsächlich setzen sich die Schwinger in Anbetracht der angekündigten Wetterprognosen einem höheren Verletzungsrisiko aus. Das bestätigt Stefan Grünenfelder, Leiter des medizinischen Teams der Nordostschweizer. Er fügt jedoch hinzu: «Gemäss Statistik passieren bei kalten Temperaturen im Wettkampf weniger Verletzungen als bei warmen.»
Das liege daran, dass sich die Athleten in der Kälte besser aufwärmen. Scheint hingegen die Sonne, würden viele das Verletzungsrisiko unterschätzen. Ein Schwingfest im Schnee wäre übrigens keine Premiere. Bereits am Toggenburger Verbandsschwingfest 2024 herrschten ähnliche Bedingungen. Damals verletzte sich Samuel Giger (28) an der Schulter und verpasste einen Grossteil der Saison.
Mehr Gepäck als sonst
Während Schneider über eine Absage nachdenkt, steht die Teilnahme für Räbsamen fest. «Solche Bedingungen gehören zu dieser Jahreszeit dazu. Aber natürlich hätte ich es lieber warm. Nun muss ich wohl eine Kappe und Handschuhe einpacken», sagt der zweifache Eidgenosse.
Ähnliches gibt auch Ott zu Protokoll. Dieser wird wohl noch ein paar zusätzliche Kleider einpacken. «Damit ich mich zwischen den Gängen warm halten kann. Wichtig ist für mich zudem ein gutes Aufwärmen, damit die Muskeln bereit sind.»
Verschieben? Keine Option!
Das Wetter stellt nicht nur die Schwinger vor Herausforderungen. Auch das Organisationskomitee muss mit den kalten und nassen Temperaturen fertig werden, beispielsweise beim Aufbau. «Wir Gamser sind harte Kerle. Vom Wetter lassen wir uns nicht aufhalten», sagt der stellvertretende OK-Präsident Peter Vetsch.
Etwas Hoffnung macht ihnen aktuell noch der «älteste Rheintaler» – der Föhn. Sollte dieser aber versagen, wird das Fest trotzdem durchgeführt. «Verschieben ist keine Option.» Deshalb wird so mancher Schwingfan am Sonntagmorgen einmal mehr zur Militärpelerine greifen müssen.